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13.1.1919 Vollsitzung des Bremer Arbeiter- und Soldatenrates 17
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MsitzW des Bremer Arbeiter- md Soldatenrates

am 13. Januar 1919 im Konventsaale der Börse.

Tagesordnung:

1. Stellungnahme zur Inhibierung der Wahlen zur Nationalversammlung.

2. Bericht über die Arbeitslosenunterstützung.

3. Bericht über die Angestellten-Forderung, betreffend siebenstündige durchgängige Arbeitszeit.

Beginn der Sitzung 7 Uhr 37 Minuten.

Vorsitzender Brod merke!: Ich erkläre die Sitzung hiermit für eröffnet. Auf der Tagesordnung steht: Stellungnahme zier Inhibierung der Wahlen zur Nationalversammlung; Bericht über die Arbeits­losenunterstützung; Bericht über die Angestellten- forderungen betreffend siebenstündige durchgängige Arbeitszeit.

Weiter wird beantragt, folgendes auf die Ta­gesordnung zu setzen:

An die Rerchsregierung, Berlin.

Die revolutionären Vertrauensleute der Bremer Kommunisten haben beschlossen, beim Arbeiterrat in Bremen zn beantragen: Es werden von den bremi­schen Führern der Scheidemannschen Politik und von den Spitzen der Bourgeoisie in Bremen Geiseln fest­gesetzt und für jeden in Berlin und anderen Orten standrechtlich erschossenen revolutionären Genossen drei Geiseln der Bcnrgeoisie und der reaktionären Gewerkschafts- und Parteibureaukratie erschossen.

Die revolutionären Vertrauensleute: Plättner.

Ich möchte weiter bemerken, daß an mich die Frage gerichtet worden ist, wieviel Vertreter von der kommunistischen Partei entsandt worden sind. Ich kann Ihnen dazu gleich die Antwort geben, indem ich Ihnen folgendes Schreiben verlese:

(wird verlesen)

Damit ist wohl die Frage.beantwortet. Die Kommunisten haben also Ist Vertreter entsandt.

Genossen! Weiter muß ich Ihnen folgendes Schreiben mitteilen:

(wird verlesen)

Genosse Böhm ist Ihnen ja aus seiner Tätig­keit in der Arbeiterbewegung her gut bekannt. Sie werden jedenfalls alle erfreut sein, daß er auch in Rußland im Sinne unserer Ideale wirkt.

Meyer-(zur Geschäftsordnung): Ich möchte beantragen, daß als zweiter Punkt auf die Tages­ordnung gesetzt wird: Klärung des Verhältnißes der Garnison zur augenblicklichen Regierung. Es sind zwingende Gründe, welche uns dazu treiben, diesen Punkt mit auf die Tagesordnung setzen zu laßen. Verschiedene Punkte müssen sobald wie möglich ge­klärt werden.

Vorsitzender: Das ist doch Sache der Garnison. selbst, Klarheit zu schaffen. (Zuruf: Es handelt sich doch um die Stellung zur neuen Re­gierung!) Ja so.

Es sind noch weitere Anträge eingegangen.

(werden verlesen)

Ich lasse über die Geschäftsordnungsauträge abstimmen.

Plettner: Wir haben gestern in einer Ber- traueusmännersitzuug beschloßen, zu beantragen, daß die Frage der Festnahme von Geiseln und des Erschießens der Geiseln heute abend auf die Tages­ordnung gesetzt wird. Das entsprechende Telegramm ist von uns scheu abgeschickt worden. Es verliert natürlich an Wirkung, wenn es nur von einer Par­teigruppe ausgeht, und wenn nicht offiziell die Bre­mer Regierung dahinter steht. Dann haben wir in der gestrigen Sitzung der Vertrauensleute beschloßen, den Volksbeschluß aufrecht zu erhalten, daß nicht 15, sondern 30 Mitglieder jeder der beiden Parteien in