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am 23. Dezember 1918 im KonvenLsaake der Wörse.
Vorsitzer Herr Brodmerkel:
Eröffnung der Sitzung 6 Uhr 40 Minuten.
Die Tagesordnung wird bekanntgegeben.
Vorsitzer Herr Brodmerkel: Ich möchte einen Antrag bekanntgeben, der folgendermaßen lautet: (Wird verlesen.) Ich möchte wünschen, daß hierüber keine Diskussion entsteht, weil wir noch recht viele Sachen zu erledigen haben. Wir werden das im Vorstände soweit als möglich immer tun, wenn es aber nicht möglich ist, wie es am Sonnabend der Fall war, können wir das nicht. Ich glaube, damit werden sich die Antragsteller zufrieden geben.
Herr Herold zur Geschäftsordnung: Ich möchte beantragen,
daß der vierte Punkt als erster auf die Tagesordnung gesetzt wird der Wichtigkeit halber.
Vorsitzer Herr Brodmerkel: Wir haben letzhin unsere Sitzung vertagt, und zwar deshalb, weil der letzte Punkt der Tagesordnung nicht erledigt worden war, und der deshalb heute als erster Punkt auf der Tagesordnung steht. Ich glaube, über die ersten drei Punkte, die schon im Aktionsausschuß behandelt worden sind, wird sich hier kaum eine Debatte erheben, so daß wir diese drei Punkte rasch erledigen werden, und dann können wir den Punkt vier der Tagesordnung ebenfalls noch genügend behandeln. (Zuruf: 11 1/2 Uhr!) Nein, wir hoffen, daß wir 91/2 Uhr Schluß machen können. (Einverstanden?!) Dann muß ich Ihnen mitteilen, daß wir in der Rednerliste nicht fortfahren können. Henke ist nicht da, er
hat sie mitgenommen. (Heiterkeit. Hört! Hört!) Zu der Sache selbst möchte ich mitteilen, daß weitere Ansprüche geltend gemacht werden, und zwar (Wird verlesen.)
Weiter geht uns folgendes Schreiben zu: (Wird verlesen.)
Zu der Sache selbst geht uns noch folgender Antrag zu: (Wird verlesen.)
Zur Begründung des Antrages Ludewig: Parteigenossen! Ich will zunächst, bevor ich auf den Antrag eingehe, bemerken, daß es mir unbekümmert um die Stellungnahme des Aktionsausschusses gegenüber diesen Forderungen unbenommen sein muß, auch meine Meinung zu sagen. Der Vorsitzende war der Meinung, als ich ihm den Antrag überreichte, daß dieses ein Mißtrauensvotum gegenüber dem Vorstände wäre. Nach meinem Dafürhalten ist es in der politischen Bewegung immer möglich gewesen, daß es dem Betreffenden frei gestellt ist, unbekümmert um die Meinung des Vorstandes, anderer Meinung zu sein, und ich setze voraus, daß das auch hier das Rechte bleiben muß, in dieser Form meine Meinung zu sagen. Zu dem Antrage selbst, Parteigenossen, stehen wir auf dem Standpunkte, daß die von der herrschenden Klasse ausgeübten und vollzogenen Urteile Klassen- urteile sind. Daß wir diese Urteile als solche betrachten und dem entsprechend logischerweise auf dem Standpunkte stehen müssen und auch stehen, daß nun für diese politischen Opfer eine Entschädigung stattfinden muß. Aber, Parteigenossen, es wird notwendig sein, daß wir uns eingehend mit der Frage beschäftigen; Sie haben eben schon wieder gehört, daß mehrfach in
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