24. November 1918.
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man wolle dafür sorgen, daß die Fischversorgung nicht wieder allein in die Hände der Kapitalisten gelange und der Kontrolle der A.- und S.-Räte entglitte. Die Preise würden allerdings, das könne er schon heute sagen, nicht wieder so niedrig werden wie früher.
Mitglied des Emdener S.-Rats Schulz teilte mit, daß man in Emden ähnlich vorgegangen sei wie in Bremerhaven. An der Spitze der dortigen Kriegsfischereigesellschaft stehe dort die Stadt.
Eine Resolution Dannat verlangt Beschlagnahme der Hamstervorräte der Großbourgeoisie und daß die Reichsregierung sich mit der russischen wegen Lieferung von Lebensmittelvorräten in Verbindung setzen solle.
Ein Mitglied des Bauernrats von Syke unterstrich die Schwierigkeiten, die den Landwirten gemacht worden sind und heute noch gemacht werden.
Der Antrag Dannat wurde im ersten Teile angenommen, im übrigen abgelehnt. Es wurde dafür eine Resolution Heidmann angenommen, die die Reichsregierung auffordert, jeden Versuch zu unterstützen, Lebensmittel vom Ausland hereinzubekommen, um die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen.
Damit war die Tagesordnung erschöpft. Um 3 Uhr nachmittags schloß Herr Henke die Versammlung mit einem Hoch auf die soziale Republik.
5. Sitzung Donnerstag, öen 28. November 1918.
Herr Henke eröffnete die Sitzung und machte Mitteilung von den von Herrn Knies und drei Mitgliedern des Cuxhavener Soldatenrats gestellten Anträgen auf
Empfang einer Arbeiterdeputation und Entgegennahme von Forderungen
im Konventsaale der Börse. Die Vorgeschichte dieser Anträge ist bekannt.
Zu den Forderungen der Kommunisten erklärte Herr Soldatenrat Meyer, er könne nicht zu jeder ^beliebigen Zeit zu irgend jemandes Verfügung stehen, da er wichtigere Dinge zu bearbeiten habe. (Widerspruch und Oho-Rufe.) Wenn eine Volksversammlung Lenkt, uns jederzeit zitieren und von unseren Geschäften, die jedenfalls die Allgemeinheit sehr dringend angehen, abrufen zu können, so geht das nicht an.
Mitglied des A.-Rates Breit meier: Es handelt sich morgen um das Ganze, um das Wohl und Wehe des Arbeiterrates, das Wohl und Wehe der Arbeiterschaft. Da geht es nicht an zu sagen, dafür habe man keine Zeit.
Soldatenrat Reimann hält es auch für Pflicht des A.- und S.-Rats, das Volk zu hören, wenn es rufe.
Mitglied des A.-Rates Schelter fragt, was der Aktionsausschuß in dieser Sache beschlossen habe.
Hierauf antwortete Mitglied des Aktionsausschusses Brodmerkel, daß der Aktionsausschuß zu keinem Ergebnis in dieser Angelegenheit gekommen sei. Das sei hauptsächlich geschehen wegen der Vorgänge der
A.-G. Weser. Die Mehrheitssozialisten fühlten sich dadurch überrumpelt und in ihren Arbeiten konter- kariert. Die Lage habe sich dadurch sehr zugespitzt; man stehe einfach vor der Frage, ob ein weiteres Zusammenarbeiten möglich sei. Darüber gelte es zu entscheiden.
Mitglied des A.-Rates Manthey meinte, infolge deS lauwarmen Verhaltens des Arbeiterrates sei ein ganz anderer Geist in die Arbeiterschaft eingezogen. Die Arbeiter stellten jetzt den Aktionsausschuß vor die Frage, eine andere Richtung einzuschlagen. Die Sache für Freitag sei organisiert, und für den Arbeiterrat könne es nichts anderes geben, als die Arbeiterschaft zu hören und ihre Interessen zu vertreten.
Mitglied des A.-Rates Deich mann begründete die Haltung der Mehrheitssozialisten in der Lohnfrage. Die Frage laufe heute darauf hinaus, ob die Mehrheits- sozialisten im Aktionsausschuß weiter arbeiten sollten oder nicht. Es habe keinen Zweck, da jetzt drum herum reden zu wollen.
Mitglied des Aktionsausschusses (Vorsitzender des Unterausschusses für Fabrikwesen) Damm er: Was die Frage der weiteren Mitarbeit der MehrheitS- sozialisten im Aktionsausschuß angeht, so könne er mitteilen, daß in demselben eine ganze Anzahl Unabhängiger und Linksradikaler einen Sitz inne hätte, von denen man nicht wisse, was man mit ihnen anfangen solle, da sie nichts selbständig leiten und organisieren könnten, die aber auf Grund ihrer politischen Stellung im Aktionsausschuß eine große Rolle spielen wollten.