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19.11.1918 2. Sitzung
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19. November 1918.

Trotz vorgeschrittener Stunde entspann sich dann wurde, daß sie sich die volle Freiheit ihrer Meinungs- über Punkt 3 der Tagesordnung: Äußerung und Ueberzeugung nicht nehmen lassen

würden. Mehrere Redner sprachen sich auch dagegen Ersatzwahlen zum Aktionsausschuß und aus, auf Grund einer Parteizugehörigkeit Mandate zu den Deputationen zu verteilen. Der Vorsitzer, Herr Brod merket,

teilte dann init, daß ein Reglement für die Wahlen eine längere Debatte. Von den Rechtssozialisten zum Arbeiterrat von einer Kommission des Aktions­waren sechs Herren in den Aktionsausschuß hinein-» ausschusses ausgearbeitet würde, und daß bald all­gewählt worden, weil für die Besetzung einiger gemeine Neuwahlen stattfinden müßten. Der Antrag wichtiger Posten fachmännisch-kundige Arbeitskräfte der Linksradikalen und Unabhängigen auf Delegation benötigt waren. von je sechs Vertretern in den Arbeiterrat wurde

Von den Linksradikalen und Unabhängigen wurde dann um Mitternacht von der schon etwas gelichteten nun ein Antrag zur Abstimmung gebracht, ebenfalls Versammlung mit 68 gegen 49 Stimmen angenommen, sechs Vertreter zu delegieren. Es kam zu ziemlich Punkt 4 der Tagesordnung: Gehaltsfrage der erregten Auseinandersetzungen, wobei seitens der Mitglieder des Aktionsausschusses, wurde bis zur Rechtssozialisten wiederholt znm Ausdruck gebracht nächsten Sitzung vertagt.

Sitzung Freitag, -en 22. November 1918

3. Erklärung

der Kompagnie - Vertrauensleute.

In der Vollsitzung des Arbeiter- und Soldatenrates am Dienstag hatten sich drei Richtungen bemerkbar gemacht. Die eine war für baldmöglichste Einberufung der Nationalversammlung im Sinne der Erklärungen der Reichsregieruug, die andere war für eine Ein­berufung zu einem späteren Termin und die dritte Richtung, die die Oberhand behielt, und zu der sich auch zwei Redner des Soldatenrats bekannten, war gegen eine Nationalversammlung überhaupt.

Nunmehr haben die Vertrauensleute der Garnison Bremen zu dem Beschluß des A.- und S.-Rates Stellung genommen und sich für die Nationalver­sammlung ausgesprochen. Wir können darüber folgendes berichten:

Eine Versammlung der Vertrauensleute der Gar­nison Bremen, die gestern im Offizierskasino tagte, beschäftigte sich mit der politischen Lage und nahm Stellung zu dem Beschluß des A.- und S.-Rates, der sich gegen eine Nationalversammlung auSsprach. Der Vorsitzende der Vertrauensmännerversammlung, Herr Sergeant Rietschel, gab einleitend einen Ueberblick über die Ziele und Aufgaben der Soldatenräte. Er vertrat hierbei- den Standpunkt, der sich mit dem Beschluß des Berliner Vollzugsrats deckt. Er brachte weiter einen Antrag der 1. Feld-Komp. L. 75 zur Kenntnis, wonach diese einstimmig beschlossen hat, zu­

nächst noch die Festigung und Vertiefung der Revolution durchzuführen und dann erst der Einberufung der Nationalversammlung näher zu treten.

Mitglied des Soldatenrates Sanitätssoldat Meyer verbreitete sich eingehend über Zweck und Ziele der Revolution und gab Aufklärung über seine am Dienstag abend im Konventsaale der Börse gemachten Aus­führungen.

Unteroffizier Talla von der Flag-Gruppe prote­stierte gegen die Ausführungen der Soldatenrats­mitglieder in der Vollsitzung des A.- und S. Rates und stellte sich auf den Standpunkt, daß die National­versammlung baldmöglichst einberufen werden müßte, die allein imstande wäre, allen zur Entlassung kom­menden Soldaten ihre politischen Rechte zu sichern. Weiter kamen Vertreter fast sämtlicher Formationen zu Wort und stellten sich auf den Standpunkt der Notwendigkeit baldiger Einberufung der National­versammlung.

Es wurde folgender Antrag Sturm (für die Vertrauensmänner der Genesenen-Kompagnie) ange­nommen :

Die Vertrauensmänner-Versammlung vom 22. November 1918 beschließt, daß sie auf dem Standpunkt der sozialen Republik nach wie vor bestehen bleibt. Wir stehen geschlossen hinter der heutigen Regierung, welche auf dem Standpunkt der sozialen Republik steht, fordern aber, nach Abschluß der Demobilisation baldmöglichst die