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I. Deutsch-Ostafrika.

früher gelegentlich einer Küstentieberepidemie auf der Plantage Ainbangulu in Westusambara gemacht sein.

Gleichfalls im September 1903 verursachte das Küsten- und Texasfieber eine Rindersterbe in den Landschaften Ufionii und Mangati und dezimierte den dortigen Viehbestand.

Zum Schlufs des Jahres zeigte sich in Tanga und Daressalam Pferdesterbe, die noch nicht (Juli 1904) beendet ist und über deren Verlauf im nächsten Jahre zu berichten sein wird.

III. Verbreitung endemischer Tierkrankheiten.

Über die Verbreitung der in Deutsch-Ostafrika endemischen Tierkrankheiten nun haben sich durch die Beobachtungen einzel­ner (A li 1 b o r y , Brauer, Feld m a n n , G r othuaen. K u in m e r , Ochmann, O 11 w i g , Panse, Iv u d i c k e) sowie hauptsächlich durch die seit August 1903 angestellte Sam- melforschung die Verhältnisse ergeben, die in der beiliegenden Karte dargestellt sind. Hierzu seien noch folgende Erörterungen gegeben:

Küsten- und Texasfieber.

Das von Robert Koch so benannte Afrikanische Küsten­fieber und ebenso das Texasfieber sind nach dem Verhalten der Parasiten, nach der Ausdehnung und der Form der Erkrankung als seit längerem in Deutscli-Ostafrika endemische Krankheiten anzusehen. Soweit sich bisher Schlüsse ziehen lassen, scheinen beide Krankheiten bereits durch das ganze Schutzgebiet vorge­drungen zu sein, wobei dahin gestellt bleiben mufs, ob sie nur von der Küste nach dem Inneren vorgedrungen sind oder zugleich eine Verschleppung aus dem englischen Gebiet erfolgt ist. Beide Krankheiten sind jedenfalls jetzt schon an den Haupt-Karawanen- und Viehstrafsen sowie an den Hauptstätten des Viehhandels (Tabora, Muansa) zweifelsfrei nachgewiesen. Daneben sind aber, wie unter anderem das im vorigen Berichtsjahre auf getretene, durch Küstenfieber bedingte Viehsterben in Sadani und das in diesem Jahre aus derselben Ursache beobachtete in Ufiomi und Mangati beweisen, im Schutzgebiete ohne Zweifel noch seuche­freie Enklaven vorhanden, gegen die die genannten Krankheiten unaufhaltsam und unter Dezimierung der frisch ergriffenen Rind­viehbestände im Eortschreiten begriffen sind.