I. Personal. II. Epizootien.

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Die Immimisierungsarbeiten des Stabsarztes Dr. Panse und ebenso die Sammelforschung sind noch in den Anfängen, so dafs eine ausführliche Zusammenstellung über ihre Ergebnisse einer späteren Berichterstattung Vorbehalten bleiben mufs.

Immerhin soll bei Besprechung der einzelnen Tierkrank­heiten das V ichtigste aus den Ergebnissen der letzteren ganz kurz erwähnt werden.

II. Epizootien.

Das Schutzgebiet ist während des Berichtsjahres von gröl"se­ren Epizootien verschont geblieben, obwohl es durch das Auf­treten von Epidemien in den Nachbargebieten, zumal der Rinder­pest im englischen Ostafrika, nicht unerheblich von der Einschlep­pung dieser gefährlichen Seuche bedroht war.

Von den vorgekommenen kleineren Sterben seien die fol­genden erwähnt:

\ on Mai bis Oktober des Jahres 1903 zeigte sich, wie schon in früheren Jahren in Kilossa und an der Karawanenstrafse nach Daressalam, ein umfangreiches Eselsterben, das an einzelnen Stel­len die Vernichtung fast des ganzen Bestandes zur Folge hatte. Als Ursache stellte Gouvernementstierarzt Ochmann Maden- kranklieit (Gastruslarven) fest.

Zur Zeit wird auf Anraten desselben der Versuch gemacht, der Krankheit durch Behandlung mit Schwefelkohlenstoff Herr zu werden.

Im Mai 1903 verseuchte infolge einer Unvorsichtigkeit die Kulturstation Kwai in Westusambara mit Küstenfieber, dem ein grofser Teil des wertvollen Kreuzungsviehs zum Opfer fiel.

Im September 1903 zeigte sich in Kiraganwageri am Ruvu eine Schaf- und Ziegensterbe, die auf eine dem Küstenfieber sehr ähnliche, durch das Auftreten von Ringen und Stäbchen im Blute sich charakterisierende Malariaerkrankung zurückzuführen war.

Hierbei sei zugleich nachträglich eine im Mai und Juni v. Js. gemachte Beobachtung des Oberarztes Dr. K u d i c k e erwähnt (ohne daraus irgend welche Schlüsse ziehen zu wollen), dafs einer Küstenfieberepidemie in Korogwe eine grofse Sterbe unter Ziegen und Schafen, die auf dieselbe Weide gingen, vorausging. In dem Blute dieser Tiere fanden sich Ringe und Stäbchen, die denen des Küstenfiebers sehr ähnlich waren. Eine gleiche Beobachtung eines einer Rindersterbe vorausgehenden Ziegensterbens soll schon

Medizinalberichte über die deutschen Schutzgebiete. 1903 04 . 7