Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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der Chüan-chou-fu ihn als Produkt aus Tseng-po (Zanzibar) am Anfang des 13. Jahrhunderts und Bar ros de Rezende 1635 aus Pemba.

Die Swahili nennen den Stoff ambari . die Araber ambcr, ambar, mussumbra. Er ist in den meisten Indierläden erhältlich, doch gewöhnlich mit anderen Stoffen zu Latwergen vermischt. Besonders scheint man ihn den majuni genannten Hanf­präparaten zuzumischen. Auch als Räuchermittel wird er von Arabern und Indiern verwandt, und jedermann schwört auf seine Eigenschaft als Aphro- disiacum.

Von einigen Völkern wird amber, ambra bekanntlich auch das im Deutschen als Bernstein bekannte fossile Harz genannt. Die Griechen nannten dieses elek- tron, die alten Römer succmum und erst in späterer Zeit amber, ambrum, ämbarum, das wohl aus dem Arabischen ambar stammt. Es kommt mir so vor, als ob dies Wort ursprünglich für das Potwal-Produkt (grauer Amber, amber gris) und erst später für andere duftende Harze angewandt wurde. Vielleicht weil man aus beiden Stoffen Halsketten, Gebetschnüre usw. machte, und weil beide beim Erhitzen dufteten, benannte man sie mit gleichem Namen. Der fossile Bernstein (= Brenn-Stein) ist bekanntlich in prähistorischer Zeit von der baltischen Küste durch Rußland zum Schwarzen Meer und von dort zu den orientalischen Völkern gelangt, wohl durch Vermittelung der Phönizier, später über die Alpen durch die Etrusker. Und denselben Weg rückwärts wanderten wohl neben der Bronze die Kauri-Schnecken. (Vgl. Ant. Stoppani, 1 'Ambra nella Storia e nella Geologia. Milano 1886.)

10. Rhinoceros bicornis L.

In den Steppengebieten von Ostafrika kommt das Nashorn immer noch ziemlich häufig vor, besonders im Massai-Lande und in Karagwe. Oft kann man in diesen Gegenden seine Spuren finden, erkenntlich daran, daß die Exkremente durch kreisende Bewegung des Schwanzes bei der Defaekation weit auf die Büsche gespritzt werden. Das Tier wird hauptsächlich seiner Hörner wegen gejagt, die anatomisch ein zusammengewachsener Haarzopf sind. Die ganze Menge kommt fast nur aus den nördlichen Bezirken unserer Kolonie. Schon der Periplus er­wähnt Rhinozeroshorn als Ausfuhrartikel aus Azania.

Es gelangten zur Ausfuhr:

1903

7156 Kilo im Wert

von 65 976 Mk.

1904

6607

71681

1905

7488

.. 759 II

davon

1956 Kilo über

1906

6126 Kilo im Wert

von 73709 Mk.

davon

2091 Kilo über

Im Januar 1908 war der Preis für Rhinozeroshörner in London: best 8 s 6 d bis 15 s o d pro lb.

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