Druckschrift 
Das lezte wolverdiente Trauer- und Ehren-Gedächtniß, welches Dem weil. Magnificus, Hochehrwürdigen, Hochgelahrten und Weitberühmten Herrn, Herrn Conradus Iken, Der heil. Schrift wolgewürdigten Doctor, der hiesigen hohen Schule alternirenden ünd dermahligen Rector, der Gottgelahrtheit ältesten Professor, wie auch der hiesigen Gemeine zu St. Stephani hochverdienten Pastor Primarius, und der Königl. Preußischen Societät der Wissenschaften wolgewürdigten Mitgliede bei Dessen seligem Absterben errichtet ist / [Dem seligentschlafnen Herrn Doctor und Professor zum hochverdienten Nachruhm, und Desselben ... Anverwandten zu einigem Trost und Andenken fertigte dieses aus Henr. Heisen, Profess. Eloquent. P. O. Bibliothecar. & Pædagog.]
Entstehung
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Das lezte wolverdiente Trauer- und Ehren- Gedächtniß,

welches

Dem weil Magnificus, Hochehrwürdigen, Hochgelahrten und Weitberühmten Herrn,

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Der heil. Schrift wolgewürdigten Doctor, der hiesigen hohen Schule alternirenden und dermahligen Rector, der Gottsgelahrtheit ältesten Profeffor, wie auch der hiesigen Gemeine zu St. Stephani hochverdienten Pastor Primarius, und der Königl. Preußischen Societat der Wissenschaften wolgewürdigten Mitgliede

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bei Dessen seligem Absterben errichtet ist.

10 minube dmu ieser so berühmte, als hochgelahrte Herr ist allhier in Bremen im Jahr 1689. den 25. Decemb. gebohren.

Desselben Herr Vater ist gewesen der hochedle, veste, großachtba re, hochgelahrte und hochweise Herr, Herr Conradus Jken, der Rechten wolgewürdigter Doctor, und derselben berühmter Pro feffor am hiesigen Jllustri Gymnasto, auch hernach wolverdienter Herr des Raths und Richter dieser Stadt; welcher durch seine vielfältige so wol or­dentliche, als aufferordentliche Verrichtungen und Reisen, die Er zum Dienst des Baterlands übernommen, sich um dasselbe hochverdient gemachet hat.

Die Frau Mutter war die hochedle, hoch: Ehr und Tugendreiche Frau, Frau Anna von Line.

Der Großvater väterlicher Seite T. T. Herr Conradus Jken, JCtus und berühmter Caufarum Patronus allhier.

Die Großmutter T. T. Frau Sophia Erberfelds, T. T. Henrich Er berfelds, fürnehmen Kauf und Handelsmanns zu Cölln am Rhein, und T. T. Sophia Gleichs eheliche Tochter.

Der Ueber Großvater T. T. Arnold Jken, fürnehmer Kaufmann allhier. Die Lebergroßmutter T.T. Anna Kenkels, T.T. Herrn Conradi Ken kels, wolverdienten Herrn des Raths dieser Stadt, und T. T. Frau Rebecca von Büren eheliche Tochter.

Der Großvater mütterlicher Seite war, T. T. Serr Johannes von Line, U.J.D. und vornehmer Advocat.

Die Großmutter T. T. Frau Anna Cramers, T. T. Daniel Cramers, fürnehmen Kauf und Handelsmanns allhier, und T. T. Anna Meiers( welche geboren von T.T. Herrn Arnold Meier, wolverdienten Rathsverwandten dieser Stadt, und Bau Herrn zu St. Stephani, und T. T. Frau Anna von Bom meln) eheliche Tochter.

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Der Lebergroßvater T. T. Herr Johannes von Line, fürnehmer JCtus, zuerst berühmter Profeffor am hiesigen Illustri Gymnafio, hernach Erzbischöffli cher Bremischer Rath, und zulezt wolverdienter Herr des Raths hiefelbst.

Die Liebergroßmutter T. T. Frau Lucia Meiers, T. T. Albert Meiers, fürnehmen Kaufmanns und Schott- Herrn allhier, und T. T. Frau Gesa 20 then eheliche Tochter.

Von erstwolbemeldeten seinen Eltern ist der feligverstorbene Herr Doctor und Professor christlich und wol erzogen; auch zu dem Ende frühe in biefiges löbliche Pædagogium geschickt. Nachdem Er alle Classen mit besonderem Fleiß und Ruhm durchgegangen, wurd Er im Jahr 1705. den 29. Oct. mit groffem Lob ad Lectiones publicas promoviret. Morauf Er unter Anführung der damaligen hochberühmten Herrn Professoren am hiesigen Illustri Gymnasio, Herrn Did. Sagittarii, Herrn Doct. Joh. Tiling, Herrn Henrici Alers, und Herrn Doct. Jac. Meiers fich in Humanioribus, Philofophicis und Philologicis fleißig geübet; nachhero aber in der Gottesgelehrtheit des Unterrichts derer Herren Doctorum und Profefforum Alberti Schuma cheri, Godofredi Jüngstii und Joh. Conr. Kesleri genoffen.

Wie folches an die 6. Jahr mit vielem Ruhm und unermüdeten Fleiß geschehen, hat Er Anno 1711. im Herbst fich nach Utrecht begeben, und daselbst die berühmtesten Herrn Professores, Herm. Alexandrum Roel, Jacobum Pontanum, Petrum Burmannum, Hadrianum Relan dum und Jacobum Serrurier zu Anführern in der Gottesgelehrtheit, Weltweisheit/ Kirchen geschichte, Alterthümern und Sprachen gehabt.

Bei diesen Lehrern so wol, als auch den Predigern zu Utrecht machte Er sich durch seinen Fleiß, Gelehrsamkeit und angenehmen Umgang dergestalt beliebt, daß Sie ihn bei sich in Holland zube halten sich bestrebten, wovon Er auch nicht abgeneigt war. Des Ends legte Er fich dergestalt auf die Holländische Sprache, daß Er schon im Jahr 1713. von der Amsterdamschen Classe, nach vorher ausgestandenen Examine, unter die Zahl der Proponenten wolverdient aufgenommen wurde. In den folgenden 1714ten Jahr erhielt Er einen doppelten Beruf, einen nach Lopick und Cabauen, den andern nach Ryfort. Wie Er nun den erstern Beruf annahm, wurde Er am 9ten Sept. desselben Jahrs daselbst eingeführet.

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Im Jahr 1716. den 23. Febr. ward Er nach Hanau als Holländischer Prediger, und Furz darauf, nemlich den 24. Martii desselben Jahrs, nach Zutphen berufen; welchen legteren Be ruf Er auch in der Furcht des HErrn antrat/ und unter GOttes Segen an die viertehalb Jahr mit vieler Erbauung verwaltete. Da nun der Ruf von seiner Gelehrtheit und Eifer für das Werk des Herrn fich überall ausbreitete, fonnte solches auch in seinem Vaterlande nicht verbor. gen bleiben. Daher denn die Gemeine zu St. Stephani Ihn im Jahr 1719, den 17. Octobr. zu Ihrem ordentlichen Lehrer berief. Ehe Er aber solchen Berufantrat, ertheilte Ihm die berühmas te Unniverfitæt zu Utrecht im Jahr 1720. den 26. Febr. Den Gradum Doctoris in Theologia, mit welchem Er fich anhero begab und den 13. Merg feine Bedienung anfieng. Als nun noch in felbigem Jahr der weil. hochberühmte Herr Frid. Adolph Lampe, damaliger Primarius an bemeldeter Gemeine zum Lehrer der Gottesgelehrtheit nach Utrecht berufen wurde Ihm ein

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