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Das rühmlich geführte Leben und selige Absterben Des ... Herren Johannis Coch, Beyder Rechten wolgewürdigten Doctoris, und dieser Kayserl. Freyen Reichs-Stadt Bremen hochverdienten Rathsherren und Richters / [Henr. Heisen, Prof. Eloq. & Poes. Publ. Ordin. Bibliothecar. & Pædagogiarcha]
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Bas rühmlichst geführte Leben und selige Absterben

Des weiland

HochEdlen, Vesten, Großachtbaren, Hochweifen, und Hochgelahrten

Herren,

Herren Johannis Loch,

Bender Rechten wolgewürdigten Doctoris, und dieser Kayserl. Freyen Reichs- Stadt Bremen hochverdienten Rathsherren und Richters.

s ist der selig verstorbene Herr Richter im Jahr 1687. den 18. Decembr. zu Cappell im Lande Wursten an diese Welt gebohren.

Der Vater ist gewesen der weiland Wohl Ehrenveste, Wohlachtbare T. T. Johann Coch, berühmter Kauf und Handelsmann, welcher, nachdem Er hiesiges Orts der Handlung einige Zeit obgelegen, sich nachhero ins Land Wursten begeben, daselbst verheurathet, und die Handlung fortgefeßet.

Die Mutter war die HochEdle, Viel Ehr und Tugendreiche Frau Imme Fouwes von und zum Neuenfelde des Landes Wursten.

Der Groß- Vater väterlicher Seite ist gewesen der weiland Wohl Ehrenveste, und Wohlachtbare T. T. Dethmar Coch, fürnehmer Kauf und Handelsmann hieselbst.

Die Groß- Mutter T. T. Frau Agneta Willius, eine Tochter T. T. Herrn Magiftri Johannis Willii, bey Lebzeiten gewesenen Profefforis Philofophiæ am hiesi gen Gymnafio Illuftri, und Pædagogiarchæ.

Der Ueber- Groß Vater väterlicher Linie ist gewesen der weiland WohlEdle, Veste, Großachtbare, und Wohlweise Herr, Herr Conrad Coch, fürnehmer Kauf: und Handelsmann, wie auch anfangs des löblichen Collegii der Elterleute Mitglied, nach: hero aber wohlverdienter Rathsverwandter dieser Stadt.

Die Ueber- Groß- Mutter war T. T. Frau Lucia Wulffers, weiland T. T. Luder Fluggers, gewesenen Kauf und Handelsmanns allhier, nachgelaffene Wittibe. Mütterlicher Seite war der Groß- Vater der Wohlgebohrne Herr Lyde Fouwes von und zum neuen Felde des Landes Wursten, bey Lebzeiten gewesener Königl. Schwedischer Voigt der drey Kirchspiele, Cappel, Spica und Midlumb daselbst.

Die Groß- Mutter T. T. Frau Regina Schmuly, weiland T. T. Herren Jo­hann Schmultz, Königl. Schwedischen Voigts Tochter.

Der Lieber Groß- Vater war der weiland Wohlgebohrne Herr Eyde Fouwes von und zum Neuen Felde, bey Lebzeiten ebenmäßig Königl. Schwedischer Voigt des Kirchspiels Dorum.

Die Leber Groß- Mutter T. T. Frau Sille arffen, weiland Herren Hancke Barssen, Königl. Voigts des Kirchspiels Spica im Lande Wursten Tochter.

Von erstgemeldeten seinen werthesten Eltern ist der seligverstorbene Herr Richter von Jugend auf zur Gottesfurcht und allen christlichen Tugenden auferzogen, und we gen seiner besonders hervorleuchtenden Fähigkeit denen Studiis gewiedmet. Wie Ihn denn dieselbe in seiner Jugend der privaten Information eines Præceptoris domeftici anvertrauet; ben herannahenden Jahren aber nach Otterndorfim Lande Hadeln in die Schule gesandt. Nachdemi Er nun daselbst einige Jahre sich aufgehalten, ist Er zu Srade dem Gymnafio einverleibet; woselbst Er drey Jahr denen Studiis humanioribus rühmligst obgelegen, und vor andern von der Unterweisung des Herren Michaëlis Richey, damaligen Rectoris, und jeßigen berühmten Profefforis Hiftoriarum& Eloquentiæ in Samburg viel profitieret. Nachdem Er also die Studia humaniora unter deffen Anführung absolvieret, hat Er sich nach der weitberühmten Königl. Preußischen Universität Halle begeben, und in Jure Civili, Canonico& Feudali die Hrn. Stryk, Böhmer, und Ludovici, in Jure Publ. Naturæ,& Philofophia Practica Serren Thomafius, in Hiftoria aber Herren von Ludwig und Herren Gundling gehöret. Als Er nun den gangen Curfum Juris und übrige Studia Academica mit groffem Ruhm daselbst zu Ende gebracht, hat Er die fürnehm ſten Höfe und merckwürdigsten Derter Teutschlandes in Augenschein genommen, und An­no 1711. nach Holland fich verfüget, alle Provinzien, und was darin sehenswürdig betrach tet; auch die Bekandtschaft vornehmer Ministres und Professoren sich erworben; dem­nächst den 14. Decembr. felbigen Jahres nach vorher gehaltener Difputatione inaugurali de Differentia Prætoris& Judicis pedanei auf der weltberühmten Universität Utrecht mit be sonderem Lob die Doctor Würde erhalten. Hieraufhat Er sich hieher nach Bremen bege: ben, und der Advocatur gewiedmet, auch, wie jedermanniglich bekandt, mit vieler Applica­tion feine Clienten sowohl in als ausserhalb dieser Stadt, welche sich seines guten Raths und Beystandes bedienen wollen, fortgeholffen; wie Er denn jederzeit unermüdet gewesen nach demjenigen Talent, welches Jhm GOtt verliehen, einem jeden wohlmeinentlich und getreulich beyzustehen; wie solches ohnedem ſtadtkündig ist.

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