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Das Blümchen [Hochzeitsgedicht für Sophie Wilckens und Eduard Lameyer]
Entstehung
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Das Blümchen.

99.

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Biel blühen der Blumen im friedlichen Thal,

Entfaltet vom wärmenden Licht;

Jm Brausen des Sturmes verschwindet der Strahl, Die schönste der Blumen, sie bricht.

Doch kenn' ich ein Blümchen aus himmlischem Land', Das blühet stets reizend und schön;

Wer hätte dies Blümchen wol nimmer gekannt, Das dennoch kein Auge gesehn?

Ich nenn' euch das Pläßchen wo's Blümchen erblüht, Die Heimath von Freud' und von Schmerz, Wo herrlich die Sonne des Lebens erglüht, Wo alles gedeihet:- das Herz!

Wer nennt nun das Blümchen, das innen erblüht, Im Herzen, so reizend und schön? Die Liebe, die wahre, die heilig erglüht, Sie ist's, und wird nimmer vergehn!

Und sinkt auch die Sonne des Lebens in Nacht, Wenn's Herz auch im Sturme nun bricht, Die Liebe, die wahre, sie lebt und erwacht Im schöneren ewigen Licht!

3um 23sten Mai 1828. Carl Victor Meyer.