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Der Aufstand in Süddalmatien und der Herzegowina.
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Weil, entgegen der offiziellen Proklamation, die Bewegung in ihren Ausläufern noch andauert, ja in allerletzter Zeit sogar wieder an Kraft gewonnen zn haben scheint. Hier liegt der Kernpunkt der ganzen Frage.

Die österreichischen Truppen haben Wohl das Territorium in Besitz ge­nommen, aber nur verlassene und teilweise in Trümmern liegende Dörfer ge­funden. Die Bewohner haben sich mit Familien nnd Heerden zum großen Teile geflüchtet, und die Männer treten bandenweisc, sei es als Räuber oder als In­surgenten, wieder über die Grenze, um Einwohner und Truppe» zu beunruhigen. Solcher Zustand ist auf die Dauer unhaltbar, und es ist nur zu erklärlich, das; nach einem Korrektiv für denselben gesucht wird. Die öffentliche Meinung in beiden Rcichshälften distutirt deshalb in den Parlamenten wie in der Presse auss lebhafteste die hier einzuschlagende Politik und fördert die heterogensten Vorschläge zu Tage. Dieselben gipfeln einesteils in der gänzlichen Aufgabe des Okkupationsgebiets; andrerseits empfehlen sie seine völlige Annexion, während man durchgängig die Furcht vor einer Organisation im Sinne der alten Militär­grenze hegt und überhaupt die bestehende militärische Administration perhorrc- seirt. Schon hat die ungarische, sonst stets znm Bewilligen in dieser Richtung geneigte Delegation einen Abstrich von dem zur völligen Pazifikation und Be- sestigung des Landes geforderten Kredit vvtirt, der Finanznnnister von Szlavh, zugleich Minister für das Okkupationsgebiet, hat seine Demission gegeben, wie manche Zeitungen behaupten, infolge tiefer Meinungsverschiedenheit mit dem militärischen Chef der Bundesregierung, und vorläufig ist noch gar nicht abzn^ sehen, ob, in welchem Sinne und in welchem Zeiträume eine durchgreifende Rege­lung aller dieser Verhältnisse beabsichtigt wird. So ist denn dieses Kapitel der staatlichen Weiterentwicklung Österreichs noch keineswegs zu allgemeiner Be­friedigung abgeschlossen, sondern es scheint noch manchen Keim künftiger Ver­wicklungen in sich zn tragen.

Die (Lhinesenfrage in den Vereinigten Staaten.

ach den neuesten Nachrichten hat der Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika dem Gesetz gegen die Chinesen in der veränderten Fassung, welche die Einwanderung der Chinesen nur ans 10 Jahre verbietet, seine Zustimmung gegeben, und die Be­wegung gegen die Chinesen in den westlichen Staaten der Union

hat damit ihren vorläufigen, wenn auch uicht ihren endgiltigeu Abschluß erlangt. Kulturgeschichtlich ist dieses Ereignis, wie nns scheinen will, von höchstem Juter