Das Siegel des Erzbischofs Hartwig I. (1148-1168)
Von Andreas Röpcke
Im Landeshauptarchiv Schwerin wird ein wohlerhaltenes Erzbischofssiegel des 12. Jahrhunderts verwahrt, das auch für die bremische Landesgeschichte von Interesse ist. Dass der Verfasser das Siegel gerne im Bremischen Jahrbuch vorstellt, liegt an seiner beruflichen Vergangenheit als Bremer Staatsarchivar. Dass er diesen Aufsatz jetzt veröffentlicht, liegt an Adolf E. Hofmeister, besser: am 65. Geburtstag von Adolf E. Hofmeister 2008, dem deshalb diese kleine Studie gewidmet sein soll zum Dank für langjährige kollegiale Begleitung und Unterstützung insbesondere bei der gemeinsamen Bearbeitung des Bremischen Urkundenbuchs.
Das heute nicht mehr mit einer Urkunde verbundene Siegel ist das des Bremer Erzbischofs Hartwig I. Es kann auf das Jahr 1162 datiert werden. Hartwig stammte aus dem Geschlecht der Grafen von Stade, ist 1142 als Magdeburger Domherr und 1144 als Bremer Dompropst bezeugt. 1 In diesem Jahr wurde sein Bruder Rudolf von den Dithmarschern erschlagen. Hartwig schenkte sein bedeutendes Erbe, soweit es im Bremer Sprengel lag, der Bremischen Kirche, geriet dadurch aber in Gegensatz zu Heinrich dem Löwen, der auch Ansprüche auf das Erbe geltend machte. 1147 Teilnehmer am Wendenkreuzzug, wurde Hartwig 1148 als Nachfolger Adalberos zum Erzbischof von Bremen gewählt, genauer genommen von Hamburg und Bremen, denn auch in Hamburg bestand ein Domkapitel, das an der Verwaltung der Diözese beteiligt war.
Aus der zwanzigjährigen Amtszeit Hartwigs waren 1937, als Otto Heinrich May Band I der Regesten der Erzbischöfe von Bremen veröffentlichte, noch sieben Originalurkunden erhalten:
1149 Kolonisation im Stedingerland (May 493)
1159 Bremer Bürgerweide-Urkunde (May 543)
1162 Die Grenzen des Bistums Ratzeburg (May 549)
1 Regesten der Erzbischöfe von Bremen Bd. 1, hrsg. v. Otto Heinrich May, Hannover 1937, S. 124-149. Breitere Ausführungen zur Biographie Hartwigs sind in diesem Zusammenhang nicht erforderlich. Siehe dazu die ältere Literatur bei May, a.a.O., insbesondere Georg Dehio, Hartwich von Stade, Erzbischof von Hamburg-Bremen, in: Bremisches Jahrbuch 6, 1872, S. 35-154. Neuere Literatur bei Adolf E. Hofmeister, Der Kampf um das Erbe der Stader Grafen zwischen den Weifen und der Bremer Kirche (1144-1236), in: Geschichte des Landes zwischen Elbe und Weser Bd. 2, Stade 1995, S. 105-157, hier S. 150 f..
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