Jahrgang 
Band 85 (2006)
Seite
152
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Baugeschichtliche Befunde zum St. Petri Dom aus dem Bautagebuch von Ernst Ehrhardt 1899-1900

Von Hans-Christoph Hoffmann

In den Jahren 1888-1901 wurde der Bremer St. Petri Dom einer durchgreifen­den Restaurierung unterzogen, die ihm im Innern und Äußern seine heutige Gestalt gab. Die damals ergriffenen denkmalpflegerischen Maßnahmen an Bremens größtem Baudenkmal sind nicht unumstritten und seither vielfach auch Gegenstand kritischer Auseinandersetzung gewesen 1 . Schriftliche Quel­len, die neben dem unmittelbaren Baubefund selbst über die ergriffenen Maß­nahmen und über die Beweggründe der Beteiligten authentische Auskunft geben können, sind daher von hohem Wert.

Zu diesen Quellen zählt das Bautagebuch des Dombaumeisters Ernst Ehr­hardt, der im Frühjahr 1897 die Nachfolge von Max Salzmann angetreten hatte. Für die Schlussphase der Domrestaurierung sind in ihm besonders die bau­geschichtlichen Befunde, die im Verlauf der inneren Gestaltung und Ausma­lung zutage traten, von Bedeutung. Der nachfolgende Ausschnitt aus diesem Bautagebuch enthält im Wesentlichen nur die Passagen zu den farblichen Befunden, weil nur sie für das abschließende Baugeschehen und für die Ver­änderung des Inneren des Domes relevant sind.

Dieses Bautagebuch, das nicht regelmäßig geführt wurde, besteht aus 53 fast durchweg vor- und rückseitig beschriebenen, linierten, aber nicht num- merierten Blättern im Kanzleiformat mit eingestreuten Skizzen. Die Blätter lv bis 4v von November 1894 bis Juli 1896 wurden noch von Max Salzmann ge­schrieben und beschreiben die Anfänge der Arbeiten für den Vierungsturm. Auf Blatt 4v und 4r fasste Ehrhardt in einer von der eigenen Person abgeho­benen Form und als knappes, nachträglich eingefügtes Resümee das Ge­schehen zwischen Februar 1897, dem Monat als Salzmann gestorben war, und April, dem Dienstantritt von Ehrhardt, zusammen. Seine eigenen Eintragun­gen beginnen mit dem 1. April 1897 auf Blatt 4r. Wenn auch das Tagebuch nicht regelmäßig geführt wurde, so gewinnt der, der auch die entsprechen­den Akten kennt, den Eindruck, dass alle Bauvorgänge bis Ende August 1901 (Blatt 49r) festgehalten sind. Stellenweise ist Ehrhardt allerdings so vorge­gangen, dass er Arbeitsabschnitte, die sich über einen längeren Zeitraum parallel zu anderen Arbeiten erstreckt haben, zusammenfasste. Dies ist etwa

1 Vgl. hierzu zuletzt Georg Skalecki (Hrsg.), Denkmalpflege in Bremen (Schriften­reihe des Landesamtes für Denkmalpflege) Heft 3, Bremen 2006, mit Beiträgen von Margarethe Haberecht, Georg Skalecki und Hans-Christoph Hoffmann zur Domrestaurierung.

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