Jahrgang 
Band 79 (2000)
Seite
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Aufgeblasen und abgebrannt

Seetonnen und Baken in Quellen der Bremer Handelskammer Von Christina Deggim

Aus der kriegsbedingten Auslagerung kehrte ein Großteil der wertvollsten Bestände aus dem Archiv der Bremer Handelskammer zunächst nicht nach Bremen zurück, sondern wurde in die Sowjetunion gebracht und zum Teil an das Deutsche Zentralarchiv in Potsdam überstellt. Der Bremer Forschung stand er damit jahrzehntelang nicht zur Verfügung, wie u. a. Ruth Prange im Vorwort ihrer Dissertation über die bremische Kaufmannschaft bedauernd bemerkt 1 . Inzwischen sind die Bestände wieder im Archiv der Bremer Handelskammer und wurden im Laufe des vergangenen Jahres mit bewundernswertem En­gagement und Tempo ausgepackt, verzeichnet, sortiert, gegebenenfalls neu systematisiert und der Forschung zur Verfügung gestellt. Die Verfasserin erhielt im Rahmen eines Forschungsprojekts des Stader Staatsarchivs zur Er­stellung eines sachthematischen Inventars archivalischer Quellen zum Thema Seeverkehr die freundliche Erlaubnis, diese Archivalien bereits parallel zur Einarbeitung als erster Benutzer in Bremen seit dem Zweiten Weltkrieg ein­sehen zu dürfen 2 .

Da die Bestände der Bremer Handelskammer auch vor dem Krieg kaum bzw. ohne konkrete Quellenangabe benutzt wurden, bietet dieses Archiv für den gesamten Bereich der bremischen Wirtschafts-, Handels- und Schiffahrts­geschichte »frisches« Material, das zahlreiche Forschungslücken füllen kann und neben der Klärung vieler Einzelfragen ein insgesamt rundes und stimmi­ges Bild des facettenreichen Aufgabenbereichs der Bremer Kaufmannschaft vermittelt. Bei der Inventarisierung zum Thema Seeverkehr fiel der reich­haltige Quellenbestand zum Tonnen- und Bakenwesen auf. Die Quellen sind in dichter Folge seit Anfang des 16. Jahrhunderts erhalten und vermitteln

1 Ruth Prange, Die bremische Kaufmannschaft des 16. und 17. Jahrhunderts in sozial­geschichtlicher Betrachtung (Veröffentlichungen aus dem Staatsarchiv der Freien Hansestadt Bremen, Band 31) Bremen 1963, S. 7.

2 Nochmals herzlichen Dank an den Archivleiter, Herrn Holger Bischoff, für die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie die Zurverfügungstel­lung der Abbildungen und großes Lob und Anerkennung für Frau Dr. Lydia Nie­hoff und ihren Einsatz bei der Einarbeitung der Bestände. Besten Dank auch an das Staatsarchiv, insbesondere Herrn Dr. Hofmeister, der mir das Archiv erschloß. Zum Forschungsprojekt siehe Christina Deggim, Sachthematisches Inventar: »Archivalische Quellen zum Seeverkehr und den damit zusammenhängenden Waren- und Kulturströmen in Norddeutschland vom 16. bis zum 19. Jahrhundert«. Ein von der Volkswagen-Stiftung gefördertes Projekt des niedersächsischen Staats­archivs in Stade. In: Hansische Geschichtsblätter, 117, 1999, S. 181-185.

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