Julius Brabant (1825-1912) - Abenteurer, Geschäftsmann, Millionär
Von Jürgen Kessel und Karl-Julius Thamann 1
Julius Brabant war einer der 1,7 Millionen Neueinwanderer, die zwischen 1840 und 1850 nach Nordamerika kamen, und er war auch einer der 80 000 »Fortyniners«, die dann nach Kalifornien strebten, um dort ihr schnelles Glück bei der Goldsuche zu machen. Der dabei tatsächlich eingetretene Erfolg ließ Brabant jedoch nicht ruhen; er begab sich anschließend nach Australien, ebenfalls ein Kontinent im Aufbruch. Brabant ist nach seiner Rückkehr nach Deutschland aber auch als »homo novus«, »Selfmademan« und Aufsteiger neben so bedeutenden Bremern der Gründerjahre zu nennen wie Erling, Knoop, Lahusen, Meier, Rickmers, Schütte oder Wätjen. 2 Seine Aktivitäten in so verschiedenen Lebenskreisen waren Anlaß, zu dieser weitgehend unbekannt gebliebenen 3 Person Hinweise mitzuteilen, soweit sie sich noch zusammentragen ließen.
Brabants Herkunft 4
Bernhard Gerhard Julius Brabant 5 entstammte einer Handwerkerfamilie. Sein Urgroßvater Jean-Pierre Braband, 1716 nahe Cateau-Cambresis unweit der Wollmetropole Valenciennes in Le Pommereuilles, Picardie, geboren, war nach 1740 während des Österreichischen Erbfolgekrieges als Soldat nach Deutschland gekommen und in Düsseldorf aus der Armee ausgeschieden.
1 Wir danken dem Staatsarchiv Bremen und besonders den Herren Dr. K. Elmshäuser und Dr. Adolf E. Hofmeister für Rat und Unterstützung.
2 Dazu Friedrich Prüser, Vom Bremer Überseekaufmann, Bremen 1940 (Abhandlungen und Vorträge, hrsg. von der Bremer Wissenschaftlichen Gesellschaft, Bd. 14.1), S. 48,52; Ders., Bremer Kaufleute als Wegbereiter Deutschlands in Übersee, in: Koloniale Rundschau 33, 1942, S. 71-91; Karl H. Schwebel, Bremer Kaufleute im Auslande, in: Bremen - Bremerhaven. Häfen am Strom, hrsg. von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Bremen, 7. Aufl., 1966, S. 197-228. - Zur Typisierung des Bremer Bürgers, Kaufmanns und Unternehmers: Rolf Engelsing, Bremisches Unternehmertum. Sozialgeschichte 1780/1870, in: Jahrbuch der Wittheit zu Bremen 2, 1958, S. 7-112.
3 Hinweise fehlen - neben den in Anm. 2 genannten neueren Arbeiten - z.B. auch in: Wilhelm Lührs (Bearb.), Bremische Biographie 1912-62, Bremen 1969; Bremische Biographie des neunzehnten Jahrhunderts, Bremen 1912.
4 Alle Dokumente, die nicht näher ausgewiesen sind, stammen aus dem Familienarchiv Thamann, Neuenkirchen-Nellinghof.
5 Nur vier Arbeiten (Wätjen, 1950; Krüger, i960; Teßmer, 1976; Erdmann, 1987; vgl. Anm. 19) haben u. W. von seiner Person Notiz genommen und ihn in Verbindung mit seinen Aktivitäten in Australien erwähnt.
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