Jahrgang 
Band 74/75 (1995 - 1996)
Seite
209
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Bemerkungen zu Nachlaß und Werk des Gartenarchitekten Christian Roselius

Von Gert Gröning und Uwe Schneider

»In seinen Geschäftsräumen stand ich unlängst einmal vor einem mächtigen Schubladengestell, das von unten bis oben mit Gartenplänen angefüllt war. Zu meiner Verwunderung wurde mir auf meine Frage bedeutet, etwa zwei Drittel dieser Pläne könnte man als ausgeführt schätzen« 1 .

Diese aus dem Jahre 1941 stammende Charakterisierung von dem Bremer Volkskundler Gustav Brandes vermag einen Begriff vom Umfang und der Bedeutung des im Staatsarchiv Bremen befindlichen Nachlasses Christian H. Roselius (1871-1945) für die freiraumplanerische und gartendenkmalpflegeri­sche Forschung zu geben 2 . Bei dem Bestand handelt es sich um einen der großen Nachlässe von Gartenarchitekten des 19. und 20. Jahrhunderts. Daß dieser materialreiche Nachlaß bisher von der einschlägigen Forschung nahezu unbeachtet geblieben ist 3 , mag vor allem Roselius selbst und seiner geringen zeitgenössischen Rezeption zuzuschreiben sein. Als Autor von Aufsätzen oder als Vortragender in den Versammlungen der einschlägigen Berufsver­bände betätigte sich Roselius überaus zurückhaltend. Nur wenige Beiträge wurden zeitlebens über ihn verfaßt 4 und auch nach seinem Tod sollte es gut zwei Jahrzehnte dauern, bis Roselius - von einem außerhalb der Profession stehenden - in der Bremischen Biographie ein Eintrag zugestanden wurde 5 .

1 Gustav Brandes, Christian Roselius, Zu seinem siebzigsten Geburtstag, in: Nieder­sächsisches Jahrbuch 126, 1941, S.6.

2 Aufbewahrung des Nachlasses im Staatsarchiv Bremen unter Bestands-Nr. 7,66.

3 Das Werk von Roselius ist bisher - bis auf eine wegen »Sperrung« durch die Auto­rin nicht zugängliche Diplomarbeit - noch nicht wissenschaftlich bearbeitet wor­den. Uta Mueller, Beispiele Bremer Hausgärten von Chr. H. Roselius, Versuch einer Typisierung, Diplomarbeit Univ. Hannover, Institut für Grünplanung und Gartenarchitektur, 1986.

4 Bislang konnten nur drei aus der Feder von Roselius stammende Aufsätze nachge­wiesen werden. Die Beiträge im Niedersächsischen Jahrbuch, in denen Roselius nur beiläufig erwähnt wurde, seien hier außer acht gelassen.

5 Bremische Biographie 1912-1962, Historische Gesellschaft zu Bremen und Staats­archiv Bremen (Hrsg.), Bremen 1969, S. 418-419 s.v. »Roselius 1)« (Wilhelm Lührs). Dort ist die ältere, zumeist gartenkulturelle Literatur aufgeführt. Der bei Lührs aufgeführte Beitrag des Bremer Gartendirektors Riggers in der Garten­kunst 44, 1931, S. 5 (Heft 2) s. v. »Standesnachrichten« bildete die Grundlage für seine biographische Darstellung. Zu ergänzen wären außer den unten genannten Aufsätzen zu Roselius noch ein Beitrag von Dietrich Steilen, Alte Dorfkirchhöfe als Anlagen, in: Die Gartenkunst 41, 1928, S. 62-64 und ein Beitrag über einen Landhausgarten von Roselius von E. Kleinhempel, Haus Blumeneck in Bremen, in: Dekorative Kunst 22, 1914, S. 361-368. Der familiengeschichtliche Aufsatz

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