Der Bremer Generaloffizial Bernhard Stein (f 1558) und die Familie Stein
Von Marianne Schwebel
An der Westempore des St. Petri-Domes zu Bremen befindet sich unterhalb der großen Orgel in die Wand eingelassen die Grabplatte des Bernhard Stein, die ursprünglich an der Ostseite des Kreuzganges angebracht war 1 , später im Bleikeller aufbewahrt wurde 2 , bis sie an der oben genannten Stelle ihren endgültigen Platz bekommen hat.
Bernhard Stein, Domvikar und Generaloffizial des Bremer Erzbischofs, entstammte einer Bremer Familie. Sein Geburtsdatum ist nicht bekannt. Erstmalig erwähnt wird er in der Matrikel der Universität Köln, als er sich am 31. Oktober 1514 für das Studium der Künste (stud. artium) einschreiben ließ 3 . Seit 1537 ist er als Vikar am Bremer Dom festzustellen 4 . Bis zu seinem Ableben standen ihm die Einkünfte aus der Vikarie Woldestorff (wahrscheinlich ist Bremerhaven-Wulsdorf gemeint) zur Verfügung 5 . Es gehörten 12 Spall Land (durchgehende Streifen) dazu, die von zwei Bauern bewirtschaftet wurden. Nach seinem Tode wurde diese Vikarie an den Sohn des Joachim Hinck (Hincke f 1580, Dekan sowie Propst von Bücken und Osterholz) übertragen. Von 1537 bis 1558 war Bernhard Stein erzbischöflicher Generalvikar in spi- ritualibus und Generaloffizial »des Bremeschen haves offitial« 6 des Erzbischofs Christopher Herzog von Braunschweig-Lüneburg (1511 - 1558) 7 . In Ausübung dieses Amtes sind im Staatsarchiv Bremen vier von ihm gesiegelte Urkunden erhalten 8 . Am 30. April 1536 bekennt Bernhard Stein, daß er als erzbischöflicher Generaloffizial und Prokurator des Oberdiakons von St. Ansgarii Martinus Lupus alias Wulff nach Verzicht des Johannes de Bercka die Vikarie St. Mariae in der Anscharikirche - deren Verwaltungsgebühr dem Oberdiakon zustehe - an den Bremer Kleriker Harmannus de
1 Gerhard Meyer, Einiges über die Denkwürdigkeiten der Domkirche in Bremen, Bremen 1828, S. 79.
2 Adolf Börtzler, Lateinische Inschriften Bremens, Bremen 1952 (Schrr. d Wittheit zu Bremen, Reihe D: Abhh. und Vorträge: Bd. 20, H. 1), S.138.
3 Hermann Keussen, Die Matrikel der Universität Köln, Bd. 2, 1476 - 1559, Bonn 1919, S. 736.
4 Karl H. Schleif, Regierung und Verwaltung des Erzstifts Bremen am Beginn der Neuzeit, Hamburg 1972, S. 200.
5 Johann Hinrich Pratje, Die Herzogthümer Bremen und Verden oder vermischte Abhandlungen, Bd. 2, Bremen 1758, S. 168.
6 Schleif, Regierung und Verwaltung (wie Anm. 4), S. 200. Pratje, Herzogthümer, (wie Anm. 5), S. 222.
7 H. Grote, Stammtafeln mit Anhang: Calendarium medii aevi, Leipzig 1877, S. 506.
8 StAB, Trese 30: 1536, Apr. 30; 1536, Mai 17; 1536, Juni 27; 1539, Mai 12.
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