Volume 
Band 73 (1994)
Page
12
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Wilhelm Dilichs Bremer Chronik

Von Bettina Schleier

Als älteste gedruckte Stadtchronik und gesuchte bibliophile Kostbarkeit ist Dilichs illustriertes Werk mit dem gelehrt-lateinischen Titel »Urbis Bremae et praefecturarum, quas habet, typus et chronicon« bekannt und seit langem von der Geschichtsforschung als Quelle benutzt worden. Das gilt besonders für die Abbildungen der Stadt Bremen und der Orte im damals bremischen Gebiet - topographische Details aus so früher Zeit sind selten überliefert. Die Ortsansichten sind dementsprechend oft abgedruckt, kommentiert 1 und aus­gewertet 2 worden. Immer wieder hat sich ergeben, daß Dilichs Ansichten gerade in den Einzelheiten sehr zuverlässig sind. 3

Daß darüber hinaus der Bremer Rat ein großes Interesse an diesem Druck­werk hatte und es auch finanziell unterstützte, ist gleichfalls bekannt. Trotz­dem sind der Text als offiziös oder gar die Chronik als »Werbeträger« keines­wegs auf den ersten Blick zu erkennen. Dies alles ist Grund genug, die Chronik einmal unter quellenkritischen Aspekten eingehender zu unter­suchen. 4

Der Autor

Die Biographie Wilhelm Dilichs ist ebenfalls seit langem erforscht. Ausführ­lich hat sich besonders Stengel mit der Tätigkeit Dilichs als Landvermesser für den Landgrafen von Hessen beschäftigt. 5 Dilichs wichtigster Biograph war Christian Krollmann, ein Dresdner Archivar, der Arbeiten Dilichs aus sei­ner Zeit in sächsischem Dienst veröffentlicht hat. 6 Krollmanns Aufsätze

1 Hervorzuheben ist der Bildband mit Erläuterungen von Herbert Schwarzwälder, Blick auf Bremen, Bremen 1985.

2 Neuerdings z.B. für das Aussehen der gotischen Fassade des Rathauses durch Stephan Albrecht, Das Bremer Rathaus im Zeichen städtischer Selbstdarstellung vor dem 30jährigen Krieg, Marburg 1993.

3 Dies ergaben z.B. die Grabungen an der Burg in Bederkesa, s. den Beitrag von Matthias D. Schön im Ausstellungsführer Renaissance an der Weser, Cuxhaven o.J. (1988), S. 13 - 15.

4 Anlaß war die Ausstellung »Wilhelm Dilich und die erste gedruckte Chronik von Bremen« im Staatsarchiv im Herbst 1993.

5 Edmund E. Stengel, Wilhelm Dilichs Landtafeln hessischer Ämter zwischen Rhein und Weser, Marburg 1927. Das Vorwort ohne die Abbildungen und Doku­mente ist wieder abgedruckt bei ders., Abhandlungen und Untersuchungen zur Hessischen Geschichte, Marburg 1960, S. 486 - 537 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck, Bd. 26).

6 Paul Emil Richter/Christian Krollmann, Wilhelm Dilichs Federzeichnungen kur­sächsischer und meissnischer Ortschaften aus den Jahren 1626 - 1629, Dresden 1907.

12