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Band 70 (1991)
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Die Ausgrabung in der Bremer Altstadt 1989

Von Thomas Moritz

Im Zuge einer Notbergung bei Bauarbeiten in der Altstadt konnten Einblicke in die Topographie Bremens in karolingischer Zeit (Wende 8./9. Jahrhun­dert) gewonnen werden. In diesem Bereich ist bisher nur eine Untersuchung im größeren interdisziplinären Rahmen durchgeführt worden, nämlich die im St.-Petri-DomBei der technischen und wissenschaftlichen Bearbeitung der Grabung in der Altstadt (Stelle 103) waren folgende Fachbereiche betei­ligt: Grabungstechnik (Thomas Moritz, Bernd Seidler, Reinhold Schoon); Geologie / Bodenkunde (Dr. Dieter Ortlam, Dr. Geyh); Dendrochronologie (Barbara Leuschner, Dr. Hans-Hubert Leuschner); Paläoethnobotanik (Prof. Dr. Karl-Ernst Behre); Archäozoologie (Reinhold Schoon); Pollenanalytik (Dr. Jürgen Schwaar); Schiffsarchäologie (Prof. Dr. Detlev Elimers, Dr. Per Hoffmann); Straßennamenforschung (Gudrun Keindorf); Malakozoologie (Ul­rike Regenhardt); Technisches Zeichnen, Fotografie (Günther Kruse); Restau­rierung (Gütha Klonk). Außer dem vorläufigen Grabungsbericht erscheint der Aufsatz von Karl-Ernst Behre 2 in diesem Band desBremischen Jahr­buchs". Die Publikation aller Forschungsergebnisse ist für einen späteren Zeitpunkt, im Zusammenhang und an anderer Stelle vorgesehen.

Das Grabungsareal wird begrenzt von der Wachtstraße im Osten, der Mar­tinistraße im Süden und der rückwärtigen Bebauung der Böttcherstraße im Westen. Bei den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs wurde die histori­sche Bebauung völlig zerstört. Es handelte sich um giebelständige Häuser aus verschiedenen Bauepochen. Einen Eindruck vom Zustand um 1600 vermit­telt der Kupferstich von Franz Hogenberg 3 . Die wichtigen älteren Gebäude sind kartographisch erfaßt 4 . Katasterkarten reichen zurück bis zum Jahr 1901.

1 Die umfangreichen Publikationen zur Domgrabung verzeichnet das Schriftenver­zeichnis Karl Heinz Brandt, zusammengestellt von Wilhelm Lührs, in: Brem. Jb., Bd. 65, 1987, S. 141-149. über die Grabung Altstadt 103 Böttcherstraße/Wacht- straße kurze Notiz in Hans-Christoph Hoffmann: Die Denkmalpflege in der Freien Hansestadt Bremen 19851988. Fünfter Bericht des Landesamtes für Denkmal­pflege, in: Brem. Jb., Bd. 67, 1989, S. 170.

2 Karl-Ernst Behre, Die ersten Funde von Nahrungspflanzen aus dem Mittelalter Bre­mens, unten S. 207-227.

3 Franz Hogenberg: Vogelschau nach Süden 1588/89 (Kupferstich, 1598), in: Herbert Schwarzwälder: Blick auf Bremen. Ansichten Vogelschauen Stadtpläne vom 16.-19. Jahrhundert, Bremen 1985, S. 13 (Nr. 8).

4 Kartographische Darstellung historischer Zeugnisse vor 1750 in der Altstadt Bre­mens, hrsg. von der Kataster- und Vermessungsverwaltung Bremen, Bremen o. J., S. 24, Objekte Nr. 342, Nr. 343; Nr. 345, Nr. 346, Nr. 347, Nr. 348.

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