Die Ausgrabung in der Bremer Altstadt 1989
Von Thomas Moritz
Im Zuge einer Notbergung bei Bauarbeiten in der Altstadt konnten Einblicke in die Topographie Bremens in karolingischer Zeit (Wende 8./9. Jahrhundert) gewonnen werden. In diesem Bereich ist bisher nur eine Untersuchung im größeren interdisziplinären Rahmen durchgeführt worden, nämlich die im St.-Petri-DomBei der technischen und wissenschaftlichen Bearbeitung der Grabung in der Altstadt (Stelle 103) waren folgende Fachbereiche beteiligt: Grabungstechnik (Thomas Moritz, Bernd Seidler, Reinhold Schoon); Geologie / Bodenkunde (Dr. Dieter Ortlam, Dr. Geyh); Dendrochronologie (Barbara Leuschner, Dr. Hans-Hubert Leuschner); Paläoethnobotanik (Prof. Dr. Karl-Ernst Behre); Archäozoologie (Reinhold Schoon); Pollenanalytik (Dr. Jürgen Schwaar); Schiffsarchäologie (Prof. Dr. Detlev Elimers, Dr. Per Hoffmann); Straßennamenforschung (Gudrun Keindorf); Malakozoologie (Ulrike Regenhardt); Technisches Zeichnen, Fotografie (Günther Kruse); Restaurierung (Gütha Klonk). Außer dem vorläufigen Grabungsbericht erscheint der Aufsatz von Karl-Ernst Behre 2 in diesem Band des „Bremischen Jahrbuchs". Die Publikation aller Forschungsergebnisse ist für einen späteren Zeitpunkt, im Zusammenhang und an anderer Stelle vorgesehen.
Das Grabungsareal wird begrenzt von der Wachtstraße im Osten, der Martinistraße im Süden und der rückwärtigen Bebauung der Böttcherstraße im Westen. Bei den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs wurde die historische Bebauung völlig zerstört. Es handelte sich um giebelständige Häuser aus verschiedenen Bauepochen. Einen Eindruck vom Zustand um 1600 vermittelt der Kupferstich von Franz Hogenberg 3 . Die wichtigen älteren Gebäude sind kartographisch erfaßt 4 . Katasterkarten reichen zurück bis zum Jahr 1901.
1 Die umfangreichen Publikationen zur Domgrabung verzeichnet das Schriftenverzeichnis Karl Heinz Brandt, zusammengestellt von Wilhelm Lührs, in: Brem. Jb., Bd. 65, 1987, S. 141-149. über die Grabung Altstadt 103 Böttcherstraße/Wacht- straße kurze Notiz in Hans-Christoph Hoffmann: Die Denkmalpflege in der Freien Hansestadt Bremen 1985—1988. Fünfter Bericht des Landesamtes für Denkmalpflege, in: Brem. Jb., Bd. 67, 1989, S. 170.
2 Karl-Ernst Behre, Die ersten Funde von Nahrungspflanzen aus dem Mittelalter Bremens, unten S. 207-227.
3 Franz Hogenberg: Vogelschau nach Süden 1588/89 (Kupferstich, 1598), in: Herbert Schwarzwälder: Blick auf Bremen. Ansichten — Vogelschauen — Stadtpläne vom 16.-19. Jahrhundert, Bremen 1985, S. 13 (Nr. 8).
4 Kartographische Darstellung historischer Zeugnisse vor 1750 in der Altstadt Bremens, hrsg. von der Kataster- und Vermessungsverwaltung Bremen, Bremen o. J., S. 24, Objekte Nr. 342, Nr. 343; Nr. 345, Nr. 346, Nr. 347, Nr. 348.
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