Jahrgang 
Band 66 (1988)
Seite
423
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Entstehung, Status und Verwaltung der amerikanischen Enklave Bremen

Von Andreas Röpcke

1. Die Entstehung der Bremer Enklave 1

Im September 1944 war der Gedanke eines amerikanischen Kontrollgebie­tes an der Unterweser Sprungstein über den Graben britisch-amerikanischer Meinungsverschiedenheiten über die Besatzungszonen im Nachkriegs­deutschland. Mit derBremer Klausel" als Ergänzung zum Londoner Zonen­protokoll konnte eine zwölfmonatige Kontroverse der beiden Westalliierten beendet werden, doch barg der Kompromiß in sich Stoff für neue Differen­zen. Um die Hintergründe der amerikanischen Präsenz an der Unterweser deutlich zu machen, ist es erforderlich, diese Auseinandersetzungen hier in groben Zügen darzustellen 2 .

Als Präsident Roosevelt und Premierminister Churchill im August 1943 den unter rein militärischen Gesichtspunkten entwickelten Invasionsplänen OVERLORD und RANKIN ihr Plazet erteilt hatten, war eine schließlich maß­gebliche Vorentscheidung über die künftigen Besatzungszonen gefallen, ohne daß sich der amerikanische Präsident dessen bewußt gewesen wäre. Beide Pläne sahen den Einsatz der amerikanischen Verbände auf dem rech-

1 Der nachstehende Beitrag ist erwachsen aus der zeitweise intensiven Beschäfti­gung des Verf. mit den Akten der amerikanischen Militärregierung in Bremen. Sie enthalten auch den Namen des jungen Bremers Wilhelm Lührs, der sich im Rahmen eines Studentenaustauschprogramms am 24.5.1949 vorstellte; Notiz des Sachbear­beiters nach dem Gespräch: Luehrs darned good, but young (17/147-3/12). Die Akten lagerten im Washington National Records Center, Suitland (Maryland), in Record Group 260 als Teil des Bestandes Office of Military Government for Ger- many (US). Eine bei Durchsicht aller Akten 1977/78 getroffene Auswahl wurde mikroverfilmt und ist in Form von Mikrofiches im StA Bremen benutzbar (16,1/2 Office of Military Government for Bremen), ein vollständiger Satz der Functional Histories der Bremer Militärregierung steht im Original zur Verfügung (zit.: 16,1/2-FHMG), vgl. A. Röpcke, Dienstberichte der Besatzungsmacht, in: Brem. Jb. 57, 1979, S. 289 ff. mit Hinweisen auf weitere Quellen u. Literatur. Aus dem Institut für Zeitgeschichte, München, konnte dank freundlicher Hilfestellung von Chri­stoph Weisz ergänzende Überlieferung von der zentralen Ebene der am. Militär­regierung herangezogen werden (zit.: IfZ OMGUS, jetzt auch im StA Bremen unter 16,1/6 greifbar). Wenn nicht anders angemerkt, beziehen sich zitierte Archiva­liensignaturen auf das StA Bremen.

2 Dieser Abschnitt fußt, wenn nicht anders angemerkt, auf Tony Sharp, The Wartime Alliance and the Zonal Division of Germany, Oxford 1975, bes. Kap. IIIV.

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