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Band 64 (1986)
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Anmerkungen zu zwei Bischofsstäben aus Grab Nr. 18 und 19 im Bremer Dom

Von Wilhelm Tacke

ImBremischen Jahrbuch" 1978 beschäftigt sich Professor Herbert Schwarzwälder mit dem Bischofsstab des Grabes Nr. 18 im Bremer Dom, und er untersucht diesen Fundim Rahmen der Limousiner Krummstäbe mit der Verkündigungsdarstellung". 1 Er verweist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf, daß dieser Krummstab keineinmaliges Kunstwerk" ist. Viel­mehr kann er auf Grund einer Veröffentlichung von J. J. Marquet de Vasse- lot drei Typen dieses Bischofsstabes nachweisen und von denen zusammen wiederum insgesamt 39 Exemplare.

Der Verfasser dieser Miszelle hat nun auf seinen Reisen noch ein paar weitere Exemplare dieser Art Krümme entdeckt, und davon möchte er hier Kenntnis geben. So befindet sich ein Krummstab des Typs 2 in der be­rühmten Eremitage in Leningrad. Es handelt sich bei diesem Ausstellungs­objekt um den Typ, den Schwarzwälder so charakterisiert:Der Engel, der einen Botenstab trägt, steht Maria gegenüber, die ein Buch in der Hand hält. Hinter ihr befindet sich ein Stuhl mit hoher Lehne." Dieser Stab trägt in der Eremitage die Inventarnummer Phi 2998. Als Datierung wird angegeben um 1270", Herkunft:Limoges", Höhe: 0,32 m, und weiter heißt es:Erwor­ben 1924 aus dem Stieglitz-Museum". Ein ganzseitiges Bild des Stabes befin­det sich in dem 1971 im Iskusstwo-Verlag Moskau herausgegebenen Bild­band von A. E. Lapkowskaya:Angewandte Kunst des Mittelalters in der Staatlichen Eremitage" (Abb. 1).

In einer Fußnote zur deutschen Zusammenfassung des russischen Textes erfährt man etwas über Stieglitz: Alexander Stieglitz war der Geschäfts­führer der Staatsbank und Sohn des Hofbankiers Ludwig Stieglitz (1777 1842), dem der Titel Baron des Russischen Reiches zuerkannt wurde. Weiter heißt es im Text:Eine der größten Kunstsammlungen, die der Eremitage eingegliedert wurden, war das Museum des Baron Stieglitz. Alexander von Stieglitz verdankt seine Berühmtheit der Begründung der sogenannten zen­tralen Schule für technisches Zeichnen und des zu ihr gehörenden Mu­seums. Dieses Museum beherbergte wertvolle Erzeugnisse des Kunstge­werbes eine reiche Sammlung von Teppichen und Keramik, Glas, Bronze, Gold- und Silbergegenständen. Das Baron-Stieglitz-Museum wurde dank einer Reihe von Ankäufen, größtenteils im Ausland, sowie dem Erwerb der

1 Herbert Schwarzwälder, Der Bischofsstab des Grabes Nr. 18 im Bremer Dom im Rahmen der Limousiner Krummstäbe mit Verkündigungsdarstellungen, in: Brem. Jb., Bd. 56, 1978, S. 205-215.

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