Erinnerungen an die deutsche Schiffahrt in der Südsee 1929—1939
Von Walter Sporleder
Der 1906 in Bremen geborene Verlasser, Gründer (1951) und heutiger Senior der Schitismaklerfirma Walter Sporleder, Bremen, Hamburg und Lübeck, hat — zunächst als einziger Schillahrtskaufmann des Hauses Melchers & Co. in Hongkong, später als Prokurist und Leiter der Schiftahrtsabteilung und schließlich als Leiter der Filiale — die Hongkong/Südsee-Fahrt von 1929 bis zum Zusammenbruch 1939 betreut. Seine damaligen Erlebnisse und Erfahrungen sind Gegenstand von Aulzeichnungen, die er 1941 — 1942 in englischer Internierung aut Ceylon (Sri Lanka) und in Nordindien niederschrieb und 1979 für den Druck überarbeitete.
Konsul Heinrich Rudolph Wahlen, ein gebürtiger Hamburger, hatte am anderen Ende der Welt in Deutsch-Neuguinea seine zweite Heimat gefunden. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg galt er als eine der führenden Persönlichkeiten der Plantagenwirtschaft in diesem Bereich der ehemals deutschen Südsee. Er muß ein Mann mit Fortune gewesen sein, denn trotz des verlorenen Krieges und der Enteignungen deutschen Eigentums brachte er es irgendwie fertig, einen Fuß in seinem alten Betätigungsbereich zu behalten 1 ).
Im Jahre 1928 besaß Wahlen Anteile und Einfluß in der „Melanesia Company Limited", die von Australien zum Zwecke der Kolonialwirtschaft im „Mandatsgebiet von Neuguinea", das für den Völkerbund australisch verwaltet wurde, gegründet worden war. Sie betrieb eine Reihe von Kokosplantagen, sah aber einen Nachteil und Schwierigkeiten darin, ihre Produktion an Ort und Stelle verkaufen zu müssen,
') Die Brüder Heinrich Rudolph und Julius Wahlen waren seit 1923 Direktoren der in Neuguinea tätigen deutsch-holländischen N. V. Phoenix Handel- en Cultuur Mij.; ersterer als Verwaltungsdirektor in Hamburg, letzterer als Leiter der Hauptniederlassung in Amboina. Vgl. dazu: Anneliese Scharpenberg, Die Deutsche Südseephosphat-Aktiengesellschaft Bremen, in: Brem. Jb., Bd. 55, 1977, S. 127 ff.
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