Grenzsteine im bremischen Werder- und Blockland
Die Grenzmarkierung nach dem Zweiten Stader Vergleich von 1741
Von Harry Schwarzwälder
Aufmerksame Besucher des Werder- und Blocklandes in Bremen haben vielleicht schon einige obeliskenartige Steine gefunden, die beiderseitig durch Schlüsselwappen verziert sind und deren patinagraue Oberfläche ein hohes Alter vermuten lassen. Hoops 1 ), Entholt 2 ) und Lonke 3 ) erwähnen sie. Auch Stein 4 ) nennt sie in seiner Beschreibung der Bau- und Kunstdenkmäler Bremens. Hier soll auf ihre Herkunft und Bedeutung näher eingegangen werden.
Aus einer offensichtlich größeren, durchnumerierten Anzahl haben sich sechs Steine erhalten, und zwar sind es:
Nr. 2 als Pfortenpfosten des Hofes Siedenburg/Geils, Niederblockland 4 (ehemalige Gaststätte „Heisternest") (Abb. 1),
Nr. 3 und 4 als Pfortenpfosten des Hofes Garbade, Niederblockland 17 (Abb. 2 und 3),
Nr. 8 in einer kleinen Grünanlage an der Oslebshauser Heerstraße gegenüber der Oslebshauser Kirche (Abb. 4),
Nr. 9 als Pfosten an der Zufahrt zum ehemaligen Humanns Hof (jetzt Staffeidt), Wischhusenstraße 58 (Abb. 5) und
der sechste Stein, der nicht mit einer Nummer versehen ist, auf einem Platz an der Straße Auf der Fredewisch in der Siedlung Dunge (Abb. 6).
Alle sechs Steine sind nach einheitlichem Muster geformt (Seite 73). Sie tragen auch den gleichen ornamentalen Schmuck. Aus Obernkir- chener Sandstein mit scharrierter Oberfläche hergestellt, haben sie eine Gesamthöhe von etwa 2,20 m. Auf einem quadratischen Sockel mit 43 cm Seitenlänge erhebt sich eine gegenüber dem Unterbau leicht
') Heinrich Hoops, Geschichte des Bremer Blocklandes, Bremen 1927, S. 159 f.
2 ) In: Franz Buchenau, Die Freie Hansestadt Bremen, 4. Aufl., Bremen 1934, S. 431.
3 ) Alwin Lonke, Geschichte von Dunge und Lesumbrok, in: Brem. Jb., Bd. 42, 1947, S. 212.
4 ) Rudolf Stein, Dorfkirchen und Bauernhäuser im Bremer Lande, Bremen 1967 (Forschungen z. Gesch. d. Bau- u. Kunstdenkmäler in Bremen, Bd. 6), S. 242 u. S. 250 m. Abb.
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