Neue Ausgrabungen und Funde in Bremen (1977)
Von KarlHeinzBrandt
Im Berichtsjahr wurde die Tätigkeit der Behörde des Landesarchäologen zum ersten Male seit 1973 nicht ausschließlich von den Zwängen und Belastungen eines einzelnen Forschungsprojektes, nämlich der Ausgrabungen im Bremer St.-Petri-Dom, bestimmt. Mit in das Berichtsjahr hinübergenommen werden mußte jedoch die dringende Pflicht, die bei dieser Grabung gewonnenen Quellen weiter auszuwerten und die Gesamtpublikation vorzubereiten. Wenn jedoch die Auswertung dieses umfänglichen Grabungsunternehmens nicht, wie erhofft, kontinuierlich betrieben werden konnte, lag dies in erster Linie an den Unwägbarkeiten des archäologischen Alltags und seiner bedrückenden Fülle von Aufgaben. So wurden beispielsweise im Februar und März bei noch winterlicher Wetterlage zwei Notgrabungen (Oeversberg und Marßeler Feld) durch unvorherzusehende Bauvorhaben erzwungen. Durch diese beiden umfangreichen Unternehmen waren die verfügbaren Mittel aufgebraucht. Deshalb mußte die weitere Tätigkeit auf weniger kostenintensive Vorhaben, wie Notbergungen oder Fortführung früher begonnener Arbeiten, beschränkt werden. Vor allem wurde die Archäologische Landesaufnahme durch Fortführung der planmäßigen Geländebegehungen sowie Vorbereitung der längst fälligen umfänglichen Publikation „Archäologische Funde und Denkmäler der Freien Hansestadt Bremen" gefördert. Für die genannte Publikation lag Ende des Berichtsjahres die Bearbeitung der Gemarkung Arbergen druckreif vor.
Durch die amtlichen Geländebegehungen sowie durch weiterhin gepflegte Kontakte mit Hobbyarchäologen konnten wiederum mehrere neue Einzelfunde und Fundstellen registriert werden. Diese dokumentieren — ebenso wie die Notgrabungen und Notbergungen — wiederum die Vielfalt archäologischer Überlieferung im bremischen Gebiet. Eine Auswahl wird im folgenden kursorisch vorgestellt 1 ).
') Nur Stadtgemeinde Bremen. Vgl. Brem. Jb., Bd. 55, 1977, S. 337, Anm. 1.
217