Jahrgang 
Band 56 (1978)
Seite
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Der Bischofsstab des Grabes Nr. 18 im Bremer Dom im Rahmen der Limousiner Krummstäbe mit der Verkündigungsdarstellung

Von HerbertSchwarzwälder

Diese Miszelle ist nicht der Versuch eines Historikers, sich in eine kunstgeschichtliche Diskussion einzumischen; sie will auch kein abge­schlossenes Forschungsergebnis bieten, sondern Informationen und Anregungen geben, die nach Belieben in einem Abschlußbericht über die Domausgrabungen Verwendung finden mögen.

Unter den im Bremer St.-Petri-Dom 19741976 geöffneten Erz- bischofsgräbern war das mit der Arbeitsnummer 18 besonders gut erhalten und recht üppig ausgestattet 1 ). Da es aus Ziegelsteinen ge­mauert war, muß es nach etwa 1200 entstanden sein. Die nähere Datie­rung bleibt zunächst offen, da die Textilfunde und die Skeletteile noch nicht bearbeitet wurden 2 ). Besonders auffällig war der dem Erzbischof beigegebene Krummstab, der sich nach den Restaurierungsmaßnahmen Abb. 1 nunmehr in Gold und blauer Emaille präsentiert. Karl Heinz Brandt hat die 32 cm lange Krümme in seinem Vorbericht über die Ausgra­bungen genau beschrieben. Er datierte das Stück in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts und erkannte, daß es aus einer Werkstatt des Limousin stammt. Auch Kelch und Patene, die dem Grab beigegeben waren, wurden in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert, über das Material des Krummstabes wurde nichts gesagt; er ist aus vergol- detem Kupfer, was sich auch aus der Farbaufnahme vor der Restaurie­rung ergibt 3 ).

') Karl Heinz Brandt, Ausgrabungen im Bremer St.-Petri-Dom 19741976. Ein Vorbericht, Bremen 1977.

2 ) Vgl. das Verzeichnis derknöchernen Uberreste", die 1975 in das Anthro­pologische Institut der Universität Mainz übersandt wurden: Brandt, S. 128.

3 ) Brandt, Abb. vor S. 81; vgl. auch die schwarzweißen Bilder S. 64 und die Farbaufnahme im restaurierten Zustand nach S. 96. Eins der beiden Fotos vom Zustand vor und nach der Restaurierung ist seitenverkehrt abgezogen, so daß bei einem Bild die vordere, beim anderen die hintere Ansicht dar­gestellt ist; ein Vergleich ist dadurch erschwert.

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