Neue Ausgrabungen und Funde in Bremen (1976)
Von Karl Heinz Brandt
Die Tätigkeit des Landesarchäologen 1 ) wurde im Berichtsjahr wiederum entscheidend von den Ende des Jahres 1973 begonnenen Ausgrabungen im St.-Petri-Dom bestimmt. Da diese zentrale Forschungsaufgabe die finanzielle und personelle Kapazität der Behörde ganz in Anspruch nahm, mußten alle sonstigen Aufgaben, wie die Fortführung der Archäologischen Landesaufnahme mit der Inventarisation aller bekannten Funde in öffentlichen und privaten Sammlungen sowie Aufspüren neuer Funde und Fundstätten, völlig zurückgestellt werden. Andere Aufgaben, wie Denkmalpflege und Denkmalschutz, wozu die Eintragung von Bodendenkmälern in die Denkmalliste und die Einrichtung von Grabungsschutzgebieten gehören, konnten lediglich durch vorbereitende Maßnahmen gefördert werden. Aus dem gleichen Grunde mußte die sonstige Ausgrabungstätigkeit auf solche Objekte beschränkt werden, die durch akute Baumaßnahmen (Pipeline in Rekum) direkt gefährdet waren.
Wenn trotz der obengenannten Verpflichtungen und Belastungen eine Reihe neuer Fundstellen und Einzelfunde bekannt geworden sind, ist dies wiederum der Aufmerksamkeit einiger alter und neuer Freunde der Archäologie zu danken. Durch deren Hilfe, vor allem beim Absuchen von Spülfeldern, konnte die Quellenbasis erheblich verbreitert werden. Viele dieser Neufunde rechtfertigen eine Bekanntgabe. Daß sie alle aus dem Ortsteil Rekum stammen (Abb. 1), mag ein Zufall sein 2 ). Andererseits scheint aber auch wohl die hier zu behandelnde
1 ) Zum Amtsbereich des Landesarchäologen gehört natürlich auch das Gebiet der Stadtgemeinde Bremerhaven! Aus vorwiegend praktischen Gründen wird in diesem Bericht nur das Gebiet der Stadtgemeinde Bremen berücksichtigt.
2 ) Aus den übrigen Ortsteilen ist nur ein bemerkenswerter Fund bekanntgeworden. Herr Wolfgang Möller legte ein dickblattiges Flint-Rechteckbeil vor, das beim Umgraben von Gartenland am Spiekeroogweg gefunden worden war. Eine Überprüfung der Fundumstände ergab jedoch, daß der Boden aus dem Kr. Gft. Hoya, vielleicht vom Kiekut-See bei Stelle, angefahren worden war. Der Fundort ist daher sekundär, weshalb das Fundstück wegen seiner außerbremischen Provenienz unberücksichtigt bleiben muß.
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