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Band 55 (1977)
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... Ritter am Rathaus zu Bremen"

Von Heinrich Wiegand Petzet

Ergänzte und erweiterte Fassung eines Beitrages zu einer ungeschriebenen Festschrift für Werner Kloos zu seinem 65. Geburtstage am 23. November 1974

mit der Widmung: Dem Manne, der sich um Bremen verdient gemacht hat.

Im Treppenaufgang des Hauses Schütting, rechts und links von dem großen Glasfenster mit den Familienwappen einstiger Präsiden und Mitglieder des Collegiums der Elterleute, stehen in halbrunden, über­kuppelten Nischen zwei Bronzefiguren. Es sind etwas mehr als meter­hohe Plastiken zweier Ritter, von denen der eine, behelmte, einen Speer trägt, der andere, lockig und barhäuptig, sich auf einen Schild stützt. Mittelalterliche Schildknappen, die hier als reisige Wappen­halter der bunten Geschlechterzeichen gelten mögen, im übrigen aber aus der patrizisch-kaufherrlichen Atmosphäre des Hauses, dem Domizil der Handelskammer, doch ein wenig herausfallen. Was haben sie mit dem ehrwürdigen Schütting, was haben sie überhaupt mit Bremen zu tun und wie sind sie an diesen Platz gekommen? Da nur noch ganz wenige Menschen über die Zusammenhänge Bescheid wissen, Schriftliches nur an entlegener Stelle aufbewahrt ist, soll hier davon etwas ausführlicher erzählt werden. Spiegeln sich doch darin auf überraschende Weise Vorgänge, die mit einer bedeutenden Periode der Hansestadt aus jüngerer Zeit zusammenhängen. Ein Stückchen bremischer Geschichte, das nicht ganz verlorengehen sollte.

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Vor dreiundsiebzig Jahren Sonnabend, den 17. September 1904 erschien auf der Frontseite derWeser-Zeitung" ein vierspaltiger, auf der zweiten Seite wiederum vierspaltig fortgesetzter Feuilleton- Aufsatz unter dem Titel:Maisons Ritter am westlichen Portal des Rathauses". Verfasser dieses mitA. F." gezeichneten Beitrages ist unzweifelhaft Arthur Fitger gewesen; die blendende Diktion, ideale Anschauungskraft, Fülle der Beschreibung und philosophische Be-

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