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52. Band (1972)
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Kleine Beiträge

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X.

KLEINE BEITRÄGE.

1.

Name und Herkunft des Geschlechts Baileer. Ein Nachtrag.

Von Benno Eide Siebs

Im Bremischen Jahrbuch, Bd. 51, habe ich über die Bedeutung des auf­fallenden bremischen Namens Balleer (Ballehr usw.) gehandelt 1 ) und dabei die Ansicht ausgesprochen, daß der Name eine dem nieder­ländischen Sprachraum entstammende topographische Bezeichnung wiedergibt. Dank freundlicher Auskunft der Bibliotheque Royale de Belgique in Brüssel und des Stadsarchief der Stadt Antwerpen sowie der Mithilfe von Herrn Dr. Trüper in Göttingen, von Frau Hanna Lampe in Bremen und Frau Elisabeth Rogge, geb. Ballehr, in Bremer­haven bin ich jetzt in der Lage, weitere Unterlagen zur Erklärung des Namens Balleer beizubringen.

Es hat sich herausgestellt, daß der Name Balleer in seiner in Bremen und der näheren und weiteren Umgebung von Bremen üblichen Form eine Variante einer stereotypen Bezeichnung darstellt, die einer Anzahl von örtlichkeitsbezeichnungen im belgischen Raum, insbeson­dere in der Provinz Brabant, zugrundeliegen 2 ). Es handelt sich dabei um die brabantischen Ortsnamen Baulers und Bonlez, die ostflandri­schen Nederboelare und Oveiboelare sowie die Antwerpener Guts­bezeichnung Ballaei. Die Schreibweise dieser Namen hat z. T. stark geschwankt. So erscheint der Name Baulers 877 als Bolarium, 897 als Ballaiia, 1059 als Basleis, 1136 als Basleuis, 1211, 1219, 1225 als Ballet, 1219 als Ballerium oder Balerium, 1225, 1253, 1374 als Baier, 1374 als Balleir, 1409, 1410 als Baleir, 1383, 1404 als BaJeer, 1547, 1549, 1787

') Brem. Jahrb., Bd. 51, S. 293296. Im nächsten, dem 53. Bd. des Brem. Jahrb., soll eine eingehende Arbeit von Hanna Lampe über das Geschlecht der Balleer erscheinen.

! ) Albert Carnoy: Origines des noms des communes de Belgique Tom. I. Louvain 1948, S. 49 sub Baulers.