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46. Band (1959)
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VIII.

Conrad Lüdger und Schiller

Von Günter Schulz

I.

Wer war Conrad Lüdger aus Bremen, und in welchen Beziehungen stand er zu Schiller? Die Kenner der älteren Schillerliteratur werden noch wissen, daß er in der Geschichte der Übersetzungen Schillerscher Werke ins Englische eine Rolle spielte, insbesondere bei den Wallen- stein-Ubersetzungen. In Schillers Kalender findet sich unter den Daten 14. Juni, 23. September, 25. Oktober 1799 und 26. Juli 1803 die gleich­lautende kurze Eintragung:Lüdger aus Bremen". Der Kommentator des Kalenders, Ernst Müller, bezeichnet ihn (1893) alsdramatischen Schriftsteller", da er mit seinem letzten Brief die Abschrift eines eigenen Schauspiels übersandte,welches eben aus meiner Feder geflossen ist". Aus Lüdgers Briefen, die Wilhelm Vollmer im Jahre 1876 im Rahmen des Briefwechsels zwischen Schiller und Cotta ver­öffentlicht hat und deren Originale im Goethe- und Schiller-Archiv zu Weimar liegen, ergibt sich, daß er im Jahre 1799in der großen krum­men Straße" wohnte. Cotta bat Schiller im Brief vom 23. August 1799 zu adressieren:A Monsieur Ludger beym Dohm Bremen". Aus dem Briefwechsel dieser Jahre geht hervor, daß er mindestens 1799 bis 1803 ununterbrochen, wenn auch an verschiedenen Stellen, in Bremen gewohnt hat. Wahrscheinlich ist, daß er, mit längeren Unterbrechun­gen in Hamburg, während derFranzosenzeit", bis zu seinem Weg­gang nach Leipzig im Jahre 1818 in Bremen gewohnt hat. Die Bre­mische Polizeidirektion bezeichnet ihn im Jahre 1818 in ihrer Ein­tragung mit dem Satze:C. Lüdger, beeidigter Übersetzer und Lehrer lebender Sprachen, Pelzerstraße 27".

Daß er auch späterhin mit Bremen verbunden geblieben ist, zeigt eine Widmung in seinenGesprächen" 1 ). Aus ihr geht hervor, daß er Mitglied der Kaufmännischen Union von 1801 gewesen ist: Der/

) Gespräche über die gewöhnlichsten Vorfälle im Leben, Englisch und Teutsch;.. . Leipzig 1823.