Jahrgang 
45. Band (1957)
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Der Verleger Friedrich Wilmans

Ein Beitrag zur Literatur- und Verlagsgeschichte der Goethezeit

Von Paul Raabe

Mit sechs ungedruckten Briefen an Goethe und zwei ungedruckten Briefen Wielands an Wilmans.

Friedrich Wilmans zählt nicht zu den großen Verlegern der Goethe­zeit, die im Verein mit den berühmten Autoren die Entfaltung der deutschen Literatur förderten. Bei betriebsamen Verlegern wie Unger, Vieweg und Cotta erschienen die klassischen, epochemachenden Werke der Zeit; der aus Bremen stammende Göschen druckte Klopstocks, Goethes und Wielands Schriften. Zu so ehrenvollem Ansehen auf­zusteigen, war dem Buchhändler Friedrich Wilmans nicht beschieden.

Kein Nekrolog, kein biographischer Artikel, weder eine Geschichte des Buchhandels in Bremen noch eine ähnliche für Frankfurt stellen seine Verdienste dar l ). Und doch notierte bereits Goethe 1814 in seinem Aufsatz „Kunst und Alterthum in den Rhein- ündMayngegenden" über Wilmans: „Seine Bemühungen um Literatur und Kunst sind allgemein bekannt" 2 ). In der Tat stellt sich bei einer genaueren Nachforschung heraus, daß Wilmans eine Rangstellung gebührt.

>) Neuer Nekrolog der Deutschen. Jg. 8 Th. 2. Ilmenau 1832. S. 927: kurzer Hinweis auf Wilmans. Text s. Anmerkung 145.

Kapp-Goldfriedrich : Geschichte des deutschen Buchhandels, Bd. 3, Leipzig 1909, schreiben nur: „In Bremen ragten Georg Ludwig Förster und dann Fr. Wilmans hervor im Ende des 18. Jahrhunderts" (S. 494). — „Von den in späterer Zeit entstandenen Firmen [in Frankfurt] sind die bemerkens­wertesten die Jägersdie Buchhandlung und J. L. Hermann (seit 1780), bis endlich im Jahre 1803 Wilmans auftritt, der alle andern übertrifft" (S. 502). — Weder bei Karl F. Pfau, Biographisches Lexikon des deutschen Buchhan­dels, Leipzig 1890, noch bei Rudolf Schmidt, Deutsche Buchhändler, deutsche Buchdrucker, Berlin 1902, wird Wilmans erwähnt. Audi in der „Bre­mischen Biographie" fehlt der Name. Eine Geschichte des Buchhandels in Bremen existiert nicht. — Fried Lübbecke, 500 Jahre Buch und Druck in Frankfurt am Main, Frankfurt 1948, wird Wilmans kaum gerecht, wenn er nur auf den Verlag der „Heimatbücher, Rhein- und Mainalben und -Karten" hinweist (S. 115).

2 ) Werke. Weimarer Ausgabe. 1. Abth. Bd. 34. Weimar 1902. S. 121.