Der Verleger Friedrich Wilmans
Ein Beitrag zur Literatur- und Verlagsgeschichte der Goethezeit
Von Paul Raabe
Mit sechs ungedruckten Briefen an Goethe und zwei ungedruckten Briefen Wielands an Wilmans.
Friedrich Wilmans zählt nicht zu den großen Verlegern der Goethezeit, die im Verein mit den berühmten Autoren die Entfaltung der deutschen Literatur förderten. Bei betriebsamen Verlegern wie Unger, Vieweg und Cotta erschienen die klassischen, epochemachenden Werke der Zeit; der aus Bremen stammende Göschen druckte Klopstocks, Goethes und Wielands Schriften. Zu so ehrenvollem Ansehen aufzusteigen, war dem Buchhändler Friedrich Wilmans nicht beschieden.
Kein Nekrolog, kein biographischer Artikel, weder eine Geschichte des Buchhandels in Bremen noch eine ähnliche für Frankfurt stellen seine Verdienste dar l ). Und doch notierte bereits Goethe 1814 in seinem Aufsatz „Kunst und Alterthum in den Rhein- ündMayngegenden" über Wilmans: „Seine Bemühungen um Literatur und Kunst sind allgemein bekannt" 2 ). In der Tat stellt sich bei einer genaueren Nachforschung heraus, daß Wilmans eine Rangstellung gebührt.
>) Neuer Nekrolog der Deutschen. Jg. 8 Th. 2. Ilmenau 1832. S. 927: kurzer Hinweis auf Wilmans. Text s. Anmerkung 145.
Kapp-Goldfriedrich : Geschichte des deutschen Buchhandels, Bd. 3, Leipzig 1909, schreiben nur: „In Bremen ragten Georg Ludwig Förster und dann Fr. Wilmans hervor im Ende des 18. Jahrhunderts" (S. 494). — „Von den in späterer Zeit entstandenen Firmen [in Frankfurt] sind die bemerkenswertesten die Jägersdie Buchhandlung und J. L. Hermann (seit 1780), bis endlich im Jahre 1803 Wilmans auftritt, der alle andern übertrifft" (S. 502). — Weder bei Karl F. Pfau, Biographisches Lexikon des deutschen Buchhandels, Leipzig 1890, noch bei Rudolf Schmidt, Deutsche Buchhändler, deutsche Buchdrucker, Berlin 1902, wird Wilmans erwähnt. Audi in der „Bremischen Biographie" fehlt der Name. Eine Geschichte des Buchhandels in Bremen existiert nicht. — Fried Lübbecke, 500 Jahre Buch und Druck in Frankfurt am Main, Frankfurt 1948, wird Wilmans kaum gerecht, wenn er nur auf den Verlag der „Heimatbücher, Rhein- und Mainalben und -Karten" hinweist (S. 115).
2 ) Werke. Weimarer Ausgabe. 1. Abth. Bd. 34. Weimar 1902. S. 121.