Die Pagentorner Bauerschaft. f
Von Hanna Lampe.
A. Das Gelände.
V
1. Name.
Der Ursprung des Namens „Pagentorn", womit ein Gebiet zwischen Bürgerpark und Steintorsvorstadt bezeichnet wird, ist in der bremischen Stadtbefestigung zu suchen.
Die außerhalb des Ostertores an der heutigen Sielwall—Dobben- linie belegene, und zur früheren „Bürgerweide" und weiter führende Verteidigungsanlage der „Landwehr" war mit zwei Türmen bebaut, dem „Steinturm" am Ostertorsteinweg, von dem eine Abbildung noch auf einem Stadtplan des Jahres 1661 erhalten ist (vgl. Buchenau, 4. Aufl. S. 195), und dem „Pagenturm" am Ausgang der jetzigen Rem- bertistraße, wo diese in die Parkallee übergeht.
Der Pagenturm scheint früher auch noch den Namen „Fiterstorn" oder ,,-horn" geführt zu haben. Bei einer Angabe der Grenzen des Gerichtes Schwachhausen in einem Dompropsteiregister des 16. Jahrhunderts erstreckten. sich diese von der Kirche in Horn „bis zu dem Turme Fitershorne vor Bremen" 1 ). Die Annahme, daß damit der Pagenturm gemeint ist, wird einmal erhärtet durch eine Bemerkung des Stadtvogts Zierenberg, welcher im Jahre 1641 an den Erzbischof, den alten Barkhof betreffend, schreibt, dieser läge „binnen dem Ko- graben, dem Fiderstorn.. Schliepmühle genandt und dem Herdentohre" 2 ). Zu diesem Hinweis auf die Schleifmühle als gleichbedeutend mit Pagenturm findet sich eine Parallele auf dem Aktendeckel P. 4. r. des Bremer Staatsarchivs, der die Aufschrift trägt: „Schleifmühle oder Pagenturm". Zum andern Teil wird diese Vermutung bezüglich des Fiterstornes bekräftigt durch die tatsächliche Grenze des zu Schwach-
*) Staatsarch. Hann. Celle-Brem. 105 b, F. 185,37 vergl. a. v. Lehe, Grenz, u. Ämt. i. Herzogt. Brem. S. 117. *) Brem. St. Arch. P. 4, u. 2.
Bremisches Jahrbuch
7