Jahrgang 
Reihe A, 41. Band (1944)
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VI.

Bremen-Burg

Von der Schanze zur Siedlung (bis 1803).

Von Alwin Lonke.

Während des Nordischen Krieges (170121) besetzten die Dänen unter Friedrich IV. die (seit dem Westfälischen Frieden von 1648 zu Schweden gehörenden) Herzogtümer Bremen-Verden im Jahre 1712 und verkauften sie an Georg L, König von Großbritannien und Kur­fürsten von Hannover: Im Frieden von Stockholm 1719 wurde ihre Erwerbung durch Hannover völkerrechtlich anerkannt und endgültig vollzogen; am 20. Juni 1720 wurde die Vereinigung mit dem Kur­fürstentum Hannover durch gedruckten Erlaß der Öffentlichkeit amt­lich bekanntgegeben.

Aber Bremen weigerte sich, auch jetzt alte Ansprüche der Krone Schwedens, wie die seines Rechtsnachfolgers Hannover auf Teile des bremischen Landgebietes anzuerkennen, und erst nach langen Streitig­keiten und Verhandlungen einigte man sich am 23. August 1741 im Stader Vergleich mit dem übermächtigen Nachbarn dahin, daß ihm die Dörfer Mittelsbüren, Niederbüren, Wasserhorst, Wummensied, Nieder­blockland, Oslebshausen, Grambke, Grambkermoor und Burg mit dem dortigen Zoll abgetreten wurden.

Seitdem ist Burg 62 Jahre lang, also gut 2 Menschenalter, ein hannoverscher Ort gewesen! Nur einmal hat es noch während dieser Zeit in bescheidenem Maße eine kriegerische Rolle gespielt: Die Franzosen hatten am 26. Juli 1757 bei Hastenbeck, 5 km südöstlich von Hameln, Friedrichs des Großen unfähigen Verbündeten, den Her­zog von Cumberland, zweiten Sohn Georgs II. von Großbritannien, entscheidend geschlagen; waren nordwärts vorgedrungen, hatten einige Tage Bremen besetzt und erzwangen am 8. September den für Eng­land schimpflichen Vertrag von Kloster Zeven, der die hannoverschen Truppen zur Räumung der Herzogtümer Bremen-Verden nötigte und die Besetzung Burgs durch die Franzosen bis zum Februar 1758 zur Folge hatte, das letzte militärische Schauspiel, das dem so oft und

Bremisches Jahrbuch 17