Jahrgang 
Reihe A, 38. Band (1939)
Einzelbild herunterladen
 

VI.

Drei Sehenswürdigkeifen des Bremer Spät-Barocks.

Roland, Rota und der Wasserbär.

Eine kartographische Studie. Von Heinz Schecker.

Motto:

Wie klein bist du, o Welt! Auf ein paar Seiten gebannt, dringst du in meine Sinne ein mit blauem Meer und gelben Wüstenein mit braunem Hochgebirg und grünen Weiten. Die bunten Blätter, die dich Welt bedeuten, verstellen sie mir nicht dein wahres Sein? kann solches Abbilds lebensleerer Schein zu Traum und Abenteuern mich verleiten? Die Lampe brennt. Ich wende Blatt um Blatt, verweile mich mit heißrem Haupte immer, Vor meinem Auge wachsen Strom und Stadt. Erdteile, Ozeane fülln mein Zimmer, in dessen Enge schon die Dämmrung fällt mit grauem Licht. Wie groß bist du, o Welt! Über dem Atlas", Sonett von Joachim Lange.

1. Roland.

Der Homannsche Atlas istunvergleichlich in der naiven Uni- versalie seines Gesamtinhaltes", das rühmt ihm W. H. Riehl nach in seiner einführenden Studie vom Jahre 1853. Wir wollen uns hier aus dieser Kartenwelt und ihrer kindlich endlosen Schaulust ein Gebiet herausgreifen, das bislang keine Sonderbehandlung fand; was wußte Homann über das rein Kartographische hinaus von Bremer Leben zu erzählen im Planschmuck seines Spezialblattes? Zu dieser Frage fordert Homann geradezu heraus. Ihm ist wichtig gewesen, das was Riehl die bildliche Landesstatistik durch allegorische Figuren nennt:Norwegen ist zum Beispiel im Homannschen Atlas allegorisch dargestellt durch zwei Tritone, deren einer eine Schüssel voll See­krebse darreicht, während der andere in der Linken das Muschelhorn