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Reihe A, 36. Band (1936)
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III.

Zur älteren Münz- und Geldgeschichte

Bremens.

Von Wilhelm Jesse.

Seit dem Erscheinen des bis heute grundlegenden Buches von Hermann Jungk über die bremischen Münzen (1875) ist die Bremer Münz- und Geldgeschichte nicht wieder im Zusammenhang behandelt worden. Für eine völlige Neubearbeitung des für seine Zeit ohne Frage höchst verdienstvollen Buches von Jungk fehlen heute noch die erforderlichen Vorarbeiten, und es kann deshalb auch nur der Sinn und Zweck dieses Aufsatzes sein, einen Teil dieser Vorarbeiten zu leisten und zunächst einmal alles das zusammenzufassen, was in den letzten Jahrzehnten über das ältere bremische Münzwesen, d. h. also im wesentlichen über die mittelalterliche Zeit, an Forschungsarbeit geleistet worden ist. Es handelt sich dabei um Einzeluntersuchungen auf dem Gebiete der bremischen Münzgeschichte selbst, um neue Münzfunde und ihre Ergebnisse sowie um numismatische Arbeiten aus den Nachbargebieten, die geeignet sind, auch für Bremen neue Auf­schlüsse zu vermitteln. Dabei hofft der Verfasser, seine eigenen Ar­beiten zur niederdeutschen Münzgeschichte auch für Bremen nutzbar machen zu können. Dazu kommt dann ferner die urkundliche Über­lieferung, die in der Fortsetzung des Bremer Urkundenbuches sowie in den Regesten der Erzbischöfe von May heute reichlicher fließt als zu Jungks Zeiten.

Trotz alledem ist es auch heute noch in vieler Hinsicht um unsere Kenntnis gerade der ältesten bremischen Münzgeschichte schlecht be­stellt. Es gilt auch heute noch, was allen Forschern, die sich damit befaßt haben, aufgefallen ist, daß nämlich die auf uns gekommenen bremischen Münzdenkmale aus der Zeit des 10. bis 12. Jahrhunderts ungemein dürftig sind, vor allem im Vergleich zu der sonstigen Be­deutung des Erzbistums. Während wir aus den durchweg gleich- alterigen karolingischen Bistumsgründungen wie Münster, Minden, Hildesheim, Halberstadt und vor allem aus dem sehr viel jüngeren