I.
Die Güterverhältnisse des Anscharikapitels in Bremen.
Von Friedrich Prüser. IV. Teil 1 ).
Die mittelalterliche Geschichte des Kapitelgutes.
B. Die Vikare.
2. Die Altarpfründen. (Fortsetzung.)
Der vorangegangene Teil unserer Abhandlung über die Altar-Vermehrung des pfründen von Anschari ließ die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts als Cut s e t s e ^j° r be die Zeit erkennen, in der die vielen Altäre und Vikariate dieser Altäre. Kirche in erster Linie entstanden. Auch das ging aus dem schon Gesagten deutlich hervor, daß ihre Gründer und ersten wirtschaftlichen Betreuer aus den Kreisen des wohlhabenden Bürgertums der Stadt, in der Hauptsache wohl des eigenen Kirchspiels, stammten. Um so mehr fällt es auf, daß in den letzten Jahrzehnten des Jahrhunderts bei ihm von solchen Tätigkeit nur noch wenig zu spüren ist; zwei Altarstiftungen aus dem Jahre 1390 bilden dabei, wie wir sehen werden, kaum eine Ausnahme. Auch über eine Besitzvermehrung schon bestehender Altäre wird uns nicht sonderlich viel berichtet, und was an Urkunden darüber vorhanden ist, bezieht sich durchaus nicht nur auf Schenkungen, sondern auch auf Käufe, die von den Inhabern der Pfründen selbst ausgingen. Ihre wirtschaftliche Stellung hatte sich also befestigt; sie fingen an, überschüssige Gelder durch Vermehrung von Grundbesitz zu sichern.
Kann man annehmen, daß bei den Bürgern die wirtschaftliche Entwicklung entgegengesetzt verlaufen wäre und sie sich dadurch hätten bestimmen lassen, von größeren Stiftungen an die Kirche und ihre Altäre abzusehen? Wohl kaum — denn wenn auch nach den
I. Teil: Bremisches Jahrbuch (Br. Jb.) 33, S. 37—107, II. Teil: Br. Jb. 34, S. 1—64, III. Teil: Br. Jb. 35, S. 1—38.
Bremisches Jahrbuch- 1