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Dr. Wilhelm Olbers Focke.
Von
Prof. Dr. Georg Bitter.
Allgemein genießt in Bremen der vor kurzem dahin- schiedene Schöpfer und langjährige Leiter unseres Focke- Museums für bremische Altertümer, Syndikus Dr. jur. Johann Focke, ein dankbares Gedenken für sein verständnisvolles und segensreiches Wirken. Viel weniger bekannt ist in unserer schnellebigen Zeit die wissenschaftliche Bedeutung und ebenso erfolgreiche Tätigkeit seines erheblich älteren Bruders, des Medizinalrates Dr. Wilhelm Olbers Focke, der ebenfalls im vorletzten Jahre im hohen Alter von mehr als 88 Jahren entschlafen ist. Die beiden Brüder stammen aus einer Familie, zu deren Vorfahren und näheren Verwandten hervorragende Naturforscher gehören: ihr Urgroßvater war der Astronom Olbers; der Biologe Gottfr. Reinhold Treviranus war durch nahe Verwandtschaft mit der Familie verbunden, der angesehene Infusorien- und Kleintierforscher Dr. Gustav Wolde- mar Focke war ein Onkel der Brüder, der Vater Dr. Wilhelm Focke war ein eifriger Gehilfe seines Großvaters Olbers. Auch bei beiden Brüdern trat frühzeitig die Neigung zu den Naturwissenschaften hervor, aber aus wirtschaftlichen Gründen sahen sich beide auf den väterlichen Wunsch hin veranlaßt, ein praktisch aussichtsreicheres Studium zu ergreifen; so wurde der ältere Mediziner, der jüngere Jurist. Beide haben aber während ihrer Studienjahre und besonders später doch ihrem auf das Ideale gerichteten Sinn getreu neben dem Beruf in selbstgewählter geistiger Betätigung mit großem Erfolge