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Albrecht Dürer
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Hundert Jahre Berliner Schauspielhaus

uns nicht in Versuchung" auf diese Weise erklärt werden, oder wenn ein Löwe mit seinem Gebrüll ein Mücklein in der Luft zu schrecken sucht.

Wie er auf sein Vaterland stolz war und seiner Vaterstadt die Treue bis zum Tode hielt, so wollen wir auf ihn stolz sein und an seinem 430. Geburtstag aus der Erinnerung an ihn Kraft gewinnen zu treu-deutschem Schaffen, das aus allen seinen Werken hervorleuchtet.

Hundert Jahre Berliner Schauspielhaus

Rückblick und Ausblick von Dr. Oswald Dammann

m die Wende des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts war wieder der seltene Fall eingetreten, daß die beiden Richtungen, in denen sich der Bildungsverlauf unseres Volkes vollzogen hatte, einander berührten und durchdrangen. Wieder einmal verschmolzen die beiden Grundkräfte der deutschen Volksseele, die gelehrte und die volkstümliche, diesmal geläutert im Feuer reiner Humanität, zur Einheit eines die ganze Nation umfassenden Lebensideals. Im Zeichen dieses Ideals hatte das deutsche Volk seine Befreiungsschlachten geschlagen und schien nun fest entschlossen, sich die tätige Mitarbeit bei der Ausgestaltung seines nationalen Eigenlebens nicht mehr rauben zu lassen.

Für das Theater, das nach dem ihm eigenen Gesetz mehr als alle anderen Künste das soziale Gesamtempfinden einer Zeit zum Ausdruck bringt, bedeutete diese Entwicklung einen wesentlichen Schritt weiter auf dem Wege zu dem von den Besten unseres Volkes ersehnten Ziele, es wieder zum Heiligtum der Nation zu erheben und ihm damit einen entscheidenden Anteil an ihrem kulturellen Aufstieg zu sichern. Hatten die inneren Voraussetzungen für eine solche Erneuerung des deutschen Theaters kaum jemals günstiger gelegen, so schien sich nun auch für seine äußere Organisation fast mit Notwendigkeit die entsprechende Form aus den umfassenden Reformvorschlägen zu ergeben, die, gleichfalls aus dem Geiste des großen sittlichen Aufschwungs der Freiheitskriege geboren, dazu bestimmt waren, das Leben der Nation von Grund aus neu aufzubauen. Kein Geringerer als Wilhelm v. Humboldt, der das Ideal einer künstlerischen Kultur, wie er es sich im Verein mit Goethe und Schiller gebildet hatte, nun in einem großen Staats­wesen zu verwirklichen hoffte, schenkte dem weit ausschauenden Plane seine An­teilnahme. Von ihm angeregt legte Stein Friedrich Wilhelm III. nach den Unheils­jahren 1806 und 1807 den Entwurf einer Theatergesetzgebung vor, wonach Staat und Gemeinden verpflichtet sein sollten, ihre Theater gleich Schulen und Universi­täten als nationale Bildungsanstalten auszubauen, in eigene Wirtschaft zu nehmen und nach den in der Verfassung zum Ausdruck gebrachten kulturellen Grundsätzen zu verwalten. Am 16. Dezember 1803 erging von Königsberg ein königliches Publikcmdum, das die geplanten Maßnahmen sanktionierte.