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Selbsthilfe
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Ausgegeben am 12. Mal I92l

Mein ganzes Unglück, in welchem ich mich lange Zeit befunden habe, kommt allein nur daher, daß ich in Verhandlungen mit meinen Feinden und Widersachern ihnen zuviel getraut und vermeint habe.

Wenn ich aber als Feind meinen Feinden nicht getraut habe, wie es zu Zeiten wohl mag geschehen sein, ist es mir immer durch Gottes Gnade und Hilfe glücklich und wohl ergangen, anders kann ich, Gott sei Lob! nicht sagen; denn dann habe ich gewußt, wie ich mich Feinden gegenüber zu verhalten hatte. Gott der Allmächtige helfe mir weiter!

Götz von Serlichingen zu Hornberg

Selbsthilfe

Von Rhenanus i^. Der Untergang des deutschen Staates

eit dem Jahre 1909, in welchem Bethmmm Hollweg das Reichs­kanzleramt antrat, hat der deutsche Staat in einem beschleunigten Zeitmaß abgerüstet, die Geister und den staatlichen Organismus demobilisiert. Mehr und mehr wurden, während England und Frankreich seine härtesten Männer an die Spitze stellten, bei uns harte Männer ausgeschaltet. Im Jahre 1917 vollzogen die weichen Männer ihren entscheidenden Durchbruch in der Friedensresolntion, und sie siegten 1918 im Oktoberkabinett des Prinzen Max. Nun ging es in reißendem Zeitmaß bergab. Alle die weichen Männer jubelten zunächst. So wie einst der Mensch und der Gorilla auseinander traten, dieser ungeheuer an Maul und Bauch, jener groß durch Schüdelbildung und Gehirn, so sollte jetzt eine abermalige entscheidende Höherführung der Weltentwicklung eintreten, indem auf der ganzen Erde Macht­gier und Herrschsucht, Vermchtungsfreude und alle sonstigen altherkömmlichen tier­artigen Eigenschaften des bomo s-Msos verschwänden. An Stelle des sinnwidrigen Kriegswütens sollte sich derTempel der Menschheit" erheben, herrlicher als ihn Grenzboten II 1921 9