Venäe? Ku88ie, venäe? vite!
ls Fedenjka Neugodow zum Kollegienrat ernannt wurde, telegraphierte sein Mamachen, die ihre Gelder im Auslande verlebte, zur Beförderung ihres Sohnes: „Luis toute tisre böni3 con- 8eiller colleZe venäsx Ku3sie vencle? vite arZent envovex 8UI8 Ä 8LL." Onkelchen Fedenjka, der dieses Telegramm erhielt, schüttelte den Kopf, da er nicht verstehen konnte, was die merkwürdigen Worte bedeudeten „venäe? Ku88ie, veriäs? vite", „verkaufe Rußland, verkaufe es so schnell als möglich." Schließlich aber begriff er, daß es sich um das Loch Ruskina, das Familiengut der Neugodows handelte, und daß der Telegraph sich geirrt hatte, als er von ihm den Verkauf ganz Rußlands verlangte. „Aber was für ein bedeutungsvoller Jrrtnm", rief Onkelchen, als er diese Entdeckung gemacht hatte. > .
Diese niedliche Geschichte, die für die russische Empfindungswelt kennzeichnender ist, als manches lange Buch, ruft die „Rußkija Wjedomosti" ihren Lesern ins Gedächtnis zurück zur Charakteristik der Epoche, die Nußland zur Zeit durchlebt. Die Zeitung denkt dabei insbesondere an die abenteuerliche Verhaftung jenes Manassewitsch-Manuilow, der es vom Polizeispitzel und Provokateur der Pariser russischen Botschaft zum politischen Emissär Rußlands in Schweden, zum „Diplomaten" der „Nowoje Wremja", zum Beamten für besondere Aufträge bei dem Ministerpräsidenten Stürmer gebracht hatte. Er hatte in seinem wechselvollen Dasein die Grundbedingung, die Losung richtig erkannt, unter der man seinem Vaterlande am besten nützen konnte. VencZex I?u83ie, venäe? vite! Mit dem Chor der Suworinjünger, jener „banäe äe kau88eur8", wie sie Sasonow einmal genannt hat, hatte er sein Schlachtgeschrei angestimmt. Unter diesem Signum feierte der Liebling der Petersburger Ballerinen, der Freund der Mächtigen, seine Triumphe. Alles nützte Grenzboten IV 19t6 3