Maßgebliches und Unmaßgebliches
Politik
Zum Ableben des Grafen Witte. Die
russischen Blätter sind voll von Artikeln über den verstorbenen Grafen Witte; man widmet ihm warme, zum Teil herzliche Nachrufe. — So verschieden auch die einzelnen Presseorgane über sein Politisches credo denken, alle sind sich darüber einig, daß „ein großer Mann" von hinnen gegangen ist, ein Staatsmann von historischer Bedeutung. — Unter diesen Artikeln tragen einige den Charakter Persönlicher Erinnerungen an besonders hervortretende Momente im Leben Wittes. — Bajan im Nusskoje Slovo schildert Wittes Stimmung am 18. Oktober 190S: ... der große Mann ... — wie ein beleidigtes Kind
sah er aus, bereit zu weinen . . . „Ich biete ihnen die Konstitution, sie mir die Anarchie ... ich bitte sie um Hilfe, ... sie geben mir die Faust ins Gesicht... das nennt man Vertrauen . . . Liebe." — „Für mich persönlich", erklärt Bajan, „hat Witte als Staatsmann das Examen des.Voraussehens' nicht bestanden, aber als Mensch ist er mit seiner kindlichen, vertrauenden, nach dem Guten haschenden, stürmenden, und kühnfreudigen Seele bis zum letzten Atemzuge derselbe geblieben." — Wenn man streiten kann darüber, ob Rußland an dem Heimgegangenen einen gewaltigen staatsmännischen Geist verloren hat, so verlor es in ihm unbestreitbar einen großen Mann. Wie dem auch sein mag, auf seiner Grabtafel muß ein
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