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Kulturkampf und Schisma
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Kulturkampf und Schisma

s waren kritische Stunden für die Republik, als Waldeck-Rousseau im Juni 1899 sein Kabinett derrepublikanischen Verteidigung" bildete. Der in der Gestalt des Nationalismus wieder fröhlich auferstandne Boulcmgismus hatte sich der Dreyfusaffüre bemächtigt, um alle reaktionären Elemente gegen die demokratische Republik zu sammeln. Der Putschversuch von Döroulede in Neuilly am Tage des Leichen­begängnisses Felix Faures, die Umtriebe der Assumptionisten und die Be­schimpfung des Präsidenten der Republik durch aristokratische Rowdies iu Auteuil zeigten, wie weit die Saat des Umsturzes schon gediehen war. Die Stunde der Gefahr forderte außergewöhnliche Maßnahmen gegen die augen­scheinlich Hand in .Hand arbeitenden Rebellen. Die Häupter der angeblichen Verschwörung kamen vor den Staatsgerichtshof und wurden unschädlich gemacht. Der Klerus, der aus seinen monarchistischen Gesinnungen kanm einen Hehl machte, sollte durch das Vereinsgesetz eingeschüchtert werden. Waldeck-Rousfeau hatte die Republik gesichert und dem Lande die Ruhe gegeben und konnte abtreten, ohne das Vereinsgesetz durchgeführt zu habeu. Der Antiklerikalismus war ihm nie Programm, sondern nur Waffe in einem aufgedrungnen Kampfe. Man kann nach seinem spätern Verhalten fast zweifeln, ob er jemals die als Ausnahmemaßregel gedachten Gesetzesparagraphen voll zur Anwendung gebracht hätte. Das vom scheidenden Ministerpräsidenten geschmiedete Rüstzeug nahm der Senator Combes auf, um es in seinem Kampf um die Schnle kräftig zu gebrauchen. Er unterdrückte auch die Ordeu, die sich dem neuen Gesetz unter­werfen wollten, schloß die von Kongregationen unmittelbar oder durch Stroh­männer geleiteten Schulen und endigte damit, allen Ordensangehörigen jeden Unterricht zu verbieten. Wir wollen hier unerörtert lassen, wieweit die Combessche Politik geeignet ist, eine wahrhaft freie, weltliche Schule zu schaffen. Von einem wirklichenKulturkampf" war Combes aber zunächst ebensoweit entfernt wie Waldeck-Rousseau, und auch der Vatikan hat unge­achtet der Bitten seiner Getreuen in Frankreich den Dingen ihren Lauf ge­lassen, da die ganze Schnlfrage ihm wohl kein günstiges Kampfterrain schien. Die eigentlichen kirchenpolitischen Fragen nahmen seit dem Regierungsantritt Pins des Zehnten erst einen verschärften Charakter an. Der Nobisnominavit- Gvenzboten M 1904