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Im Lande der tausend Seen : Erinnerungen. 2. Scherenfahrt an der finnischen Südküste. Helsingfors :
(Fortsetzung)
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Die kleine Marica und ihr Gemahl

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brach in der Nacht aus, und die aus dem Schlaf aufgeschreckten Bewohner das Haus war voller Gäste retteten nur das nackte Leben.

Wie manche unvergeßlich schöne Nacht haben wir in diesen Räumen ver­lebt, auf die Balustrade des hohen Balkons gelehnt, das Auge versenkend in das ewig wechselnde und doch seit Jahrtausenden unveränderte Spiel des wirbelnden Chaos in der Tiefe! Wir haben es gesehen im stillen Zauber der hellen nor­dischen Frühlingsnüchte, in mondbeglänzter, duftschwüler Spätsommernacht und im starren Winterfrost, der Land und Meer in eisige Fesseln schlug doch die wilden Wassergeister des Jmatra trieben hohnlachend ihr altes Spiel, im tollen Reigen wetteifernd mit den Schneestürmen, die über ihn dahinbrausten.

Von zauberhafter Schönheit war eine Winternacht, die wir vor einer Reihe von Jahren am Jmatra zubrachten. Wir hatten damals einen besonders schneereichen Winter und anhaltenden klingenden Frost. Monatelang war die Temperatur nicht unter zehn Grad Reaumur gesunken, sodaß die auf den Wäldern lastenden Schneemassen durch Auftauen vermindert worden waren. Der aufstäubende Wassergischt hatte an die vom Strom unterspülten Granit­platten Kristallfüden angesetzt, denen der niederfallende, dnrch den unausgesetzten Sprühregen der strudelnden Wirbel sofort wieder kristallisierte Schnee eine feste Decke gegeben hatte, und so sah man die Stromschnellen von phantastischen Eisschirmen überspannt, von denen unzählige glitzernde Tropfstcingebilde hcr- niederhingen. Die Büsche und die jungen Bäume im angrenzenden Walde, durch die Schneelast gebeugt und von herübergewehtem Wasserdunst überglast, hatten die abenteuerlichsten Gestalten angenommen, sodaß uns in dem strahlenden elektrischen Licht, das allabendlich die Stromschnellen mit Tageshelle übergießt, die Täuschung überzeugend vorspiegelte, als dehne sich ein unendlicher Friedhof unter dem Dunkel der hohen Waldbäume aus, mit marmornen Gestalten, trauergebeugten Frauen und Genien des Todes. Und während wir traum­verloren in der eisigen Winternacht standen und in den phantastischen Spuk starrten, begann es zu schneien in großen Flocken, die im Bereich des elektrischen Scheinwerfers wie diamantne Sterne funkelnd in der von keinem Luftzug bewegten Atmosphäre lautlos zur Erde niederschwebten ein Anblick von so übernatürlicher, feenhafter Schönheit, wie wir ihn nie zuvor und niemals wieder gesehen haben. (Schluß folgt)

T>ie kleine Marica und ihr Gemahl

von Mathilda Malling

(Schluß) 7

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AuS einer alten Schrift aus dem Jahre 1730 iiver die Herzogin Marie Hedwig von Bouillon

lle fanden, daß es ein großer Jammer um die kleine Marquise von El Viso war, und alle wollten sie so gern trösten.

Wir müssen sie mit etwas zerstreuen, sagte die Fürstin von Starhemberg zu ihrer Schwester. Sie kann es wahrhaftig nicht aushalten, den ganzen Tag auf einem Betschemel auf den Knien zu liegen, die arme Kleine! Und in ihrer Herzensgüte machte sie den Vorschlag, Marica zu sich nach Les DMces hincmszunehmen und zu versuchen, sie mit ein wenig Komödienspiel auf-