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I. Peutsck-Ostafrika.
Nach unseren Beobachtungen im Berichtsjahre glauben wir annehmen zu können, daß auch unsere farbigen Arbeiter anfangen, hierin verständiger zu werden.
Rund die Hälfte der Krankheitsfälle unter den Europäern sind der Malaria zuzuschreiben. In den meisten Fällen wurde Plasmodium immakulatum als Erreger festgestellt, doch auch Plasmodium vivax kam nicht selten vor, Plasmodium malariae dagegen nur vereinzelt. Man hat den Eindruck, daß die Tertianinfektion häufiger in einzelnen Behausungen auf der Strecke als in Europäeransiedlungen erworben war. Rezidive waren verhältnismäßig zahlreich. Eine genaue Zahlenabgrenzung gegen Neuinfektionen kann nicht gegeben werden.
Es hat sich während des Jahres eine ziemlich reichhaltige chirurgische Kasuistik entwickelt, die im einzelnen hier wiederzugeben zu weit führen würde. Bei Europäern kamen keine Todesfälle durch Verletzungen vor, unter den Negern rund 0,25 % bei 2371 Verletzungen, wobei die kleineren Beschädigungen, die auf der Strecke behandelt wurden und das Mehrfache dieser Zahl betragen, nicht einbezogen sind.
An chirurgischen Eingriffen kamen vor: Amputation, Exarticula- tion, Resection, Sequestrotomie, Knochennaht und Klammervereinigung, Herdauskratzung, Abszeßöffnung, Urethrotomie, Laparatomie, Radicaloperation nach Bassini, Drüsenexstirpation, thoracale Hepato- tomie, Urethroplastik, Phimosen-, Hydrocelen-, Hämorrhoiden- und Varieen-Operationen, Herniotomie, Radicaloperation des Warzenfortsatzempyems, Punktion des Rückenmarkkanals, Hypopyonopera- tionen, Iridistomie, Tracheotomie, Haut-, Muskel-, Fascien- und Sehnen-Nähte.
In Ansehung der oft schwierigen äußeren Verhältnisse waren die Resultate befriedigend. Todesfälle im Anschluß an Operationen kamen nicht vor.“
Die von Dr. Elsässer aufgestellte Nachweisung über die beim Gesundheitsdienst der Usambara-Eisenbahn behandelten Europäer und Farbigen ist in Anlage 19 beigegeben.
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B. Veterinärärztlicher Teil.
(Berichterstatter Regierungstierarzt Dr. Lichtenheld, Korreferent.)
I. Personalien.
Im Berichtsjahre wurde nach dem Etat eine Tierarztstelle neugeschaffen, da jedoch auf diese der Kommunaltierarzt des Bezirks Tabora infolge Auflösung der dortigen Kommune übernommen werden mußte, so blieb die Anzahl der Tierarztstellen (5) die gleiche wie im Vorjahre. Der Mangel an Tierärzten machte sich oft fühlbar.
Die Regierungstierärzte von Tabora (Dr. W öl fei) und Muanza (Tierzuchtinspektor P robs t) waren mehrere Monate zur Bekämp-