Die pariser Börse.
us Anlaß der vornehmlich in Paris erfolgten Ausgabe der neuen vierprozentigen russischen Anleihe ist die Pariser Börse der Gegen stand lebhafteren Interesses geworden. Sie ist zum erstenmale wieder aus der seit dem Jahre 1882 eingehaltenen Passivität hervorgetreten. Es dürfte deshalb an der Zeit sein, ihrer Organisation und ihrem Geschäftsumfange hier einige Worte zu widmen.
A. de Foville schätzte das Volksvermögen in Frankreich im Jahre 1378 auf 216 Milliarden Francs, Bachers Schätzung lautete im Jahre 1880 auf 230 Milliarden, während Leroy Becmlieu nur zu einer Schätzung von 17S bis 188 Milliarden gelangt ist. Mulhall giebt an, daß das Volksvermögen in Frankreich in den Jahren 1870—1880 sich um sieben Milliarden Francs, trotz der Abtretung von Elsaß-Lothringen, vermehrt hat.*) Da nun ein großer Teil der Kapitalzunahme in Wertpapieren angelegt wird, so muß es zunächst von Interesse sein, einen Blick auf die Emissionsthätigkeit zu werfen. An der Hand der französischen Zeitschrift Hövus äö8 danciri.es giebt Neumcmn-Spallart folgende Berechnungen. Die Emissionssumme betrug im ganzen Jahre vom 1. Juli 1879 bis zum 1. Juli 1880 rund 4000 Millionen Francs, ohne die belgischen, österreich-ungarischen und russischen Anleihen, die nicht unmittelbar auf dem Pariser Markt emittirt wurden. Derselbe Statistiker giebt die Gründungen in Paris wie folgt an:
*) Das Volksvermögen in Deutschland schätzte Mnlhall im Jahre 1880 auf 110 Milliarden Mark Kapital und auf ein jährliches Einkommen von 17 800 Millionen Mark. Fournier de Flaix schätzt die jährliche Zunahme des Kapitalvermögens in Deutschland auf eine Milliarde Mark. Sootbeer berechnet die Steigerung des Volkseinkommens in Deutschland Zwischen 1872 und 1878 von 6969 Millionen Mark ans 8069 Millionen Mark. Grenzboten IV. 1838. 73