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Tagebuch.
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T a g e b u ch.

i.

Dte zwei Eremitagen von Montmorency.

Rousseau. — Zwei Perioden. — SonntagSfahrtcn. — EnaHie». — Der l'lödc Dichter. — Erste Eieinilagc, — Heinrich Heine. — Zweite Eremitage. — Zwei Dichter. — Heine'S Gesellschafter.—. Der Ta»zplatz von Montmorency. — Frankreich und der Verfasser der Reiscbildcr.

Es gab eine Zeit, wo Montmorency und die Eremitage zu sehen das Ziel meiner Sehnsucht war. Ist es ein Wunder? Ich war achtzehn Jahre alt, ich hatte die neue Heloise gelesen und stand nun unter dem Einfluß des Rausches, den eine erste Lectüre der (^o»le88ion8 in nns hervorbringt. Wie mit glühenden Ketten hatte mich das wunderbare Buch gefesselt, es riß mich über Höhen und Tiefen, es gab mir den Schwindel. Thräne folgte auf Thräne und in atbem- loser Haft begleitete ich den armen Jean Jacques weiter uud weiter auf seinen Wanderungen, von den Charmcttes znr Eremitage, von der Eremitage bis zur einsamen Insel St. Pierre. Als ich rnhiger ward, und den Lebcnslauf des ar­men Dulders ganz überblickt hatte, schlug ich die Blätter wieder auf, die Rous­seau's Leben in Montmorency schildern. Sie hatten mich tiefer als alles Andere erschüttert, die ganze Seele hatten sie mir in freudigen Schmerz aufgelöst, und eiw Hauch der Verklärung hatte mich aus ihnen angeweht. In der That: Rousseau hat auf der Höhe von Montmorency seine TranSfiguration gefeiert, er selbst erzählt, wie er dort größer und besser war, als er je gewesen, wie er dort Flügel an den Schultern fühlte und die Erde unter seinen Füßen nicht mehr em­pfand. Das Feuer, mit dem er die ewige Gestalt seiner Jnlic lebendig machte, schlug dort in sein eigenes Herz, eine Liebe, bodenlos und unwiderstehlich, voll unnennbarer Wonnen und Schmerzen, bemächtigte sich dort seiner uud hob ihn über alles Menschenleben zn einem Höhepunkt der Extase hinauf, vor dem alle kalten und furchtsamen Herzen zusammenschauern. „Emile" nnd der „Contract so­cial," die neue Heloise und die Briefe an d'Alembcrt wurden in Montmorency geschrieben; der Ort, wo Rousseau und seine Sophie weinte, wird geheiligt blei­ben, wie die Bauclnse, in der Petrarka seine Laura besang.

In der Zeit, wo wir sceptisch werden, tritt unsere jugendliche Verehrung