Achtzehnter Jahrgang. Viertes Quartal.
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Wochenschrift.
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Wrein-en, Donnerst rg ven MovenrLer isss.
O Wundermacht der frommen Liebe, Die über Sorg' und Harm erhebt; Die, ob auch Erdenglück zerstiebe, Doch nie verzagend trostlos bebt!
Das starke Mutter herz
beim Anblick des lahmgcborencn Kindes. Sie konnte schon der Wunsch beglücken,
Bevor er in Erfüllung ging.
Mit frommen Dank und mit Entzücken , Empfing flc dann den Ankömmling.
Ihr klang des Weinens erster Ton Wie Segcnsgruß und Liebesbitte;
Und aufwärts stieg, nach edler Sitte,
Der Lobgefang zu Gottes Thron.
Sie eilte nun, ihr Kind zu schauen,
Das hocherwünscht ins Leben kam.
Doch Schrecken faßte sie und Grauen Ob dem, was jäh der Blick wahrnahm.
,,Der eine Fuß ist ja verkürzt?
Nie wird es können g'rade stehen!
Ungleiche Schritte muß es gehen!"
Die Hände faltet sie bestürzt.
Viel Wehmuthszähren raunen nieder;
Das Mutterhcrz erbebte tief.
' Doch siegt' im Kampf der Glaube wieder, Der sich auf Gottes Huld berief.
Die Sinne fand sie unverletzt;
D'rum ehrte sie den Rathschluß dessen,
Der ihr die Prüfung zugemessen.
Mit hoher Fassung sprach sie jetzt:
,,So galt, o Kind, Dein erstes Weinen Der leiblichen Gebrechlichkeit?
Kein Wunderhelfer wird erscheinen;
Doch Gott ist's, der uns Trost verleiht. Viel Lieblichkeit im Angesicht,
Die helle Stirn, des Auges Feuer —
Dieß Erbthcil macht Dich uns so theuer, Weil es Gemüth und Geist verspricht.
Kannst Du mit der Gestalt nicht glänzen: Sey nur au Sieb' und Lugend reich;