Dreizehnter Jahrgang, Zweites Quartal.
LKM
Der Würger--
eine
Wochenschrift.
Freund»
reuen. Donnerstag ven so. Inni 102 s.
Der Rührung Thränen ist die Aganippe,
Aus der der Sänger die Begeistrung trinkt;
Süß ist sein Lohn, wenn ihm von holder Lippe,
Aus sanftem Auge, stiller Beifall winkt. D.
Sang
Erblüht wohl hier des Sängers Lohn? — Erkennend seine Würde,
Reicht lohnend ihm der Fürst vom Thron Der Ordensbänder Zierde,
Doch er, der edle Sänger, spricht:
„Ich sang um ird'sche Ehren nicht."
Sr singt und Jeder ist ihm hold,
Und Jeder will ihn ehren,
Will mit Juwelen, Schmuck und Gold Des Reinen Herz bethören,
Da ruft der Liebling der Natur:
„Ich ehr' das Gold der Saiten nur."
Die gold'ne Kette engt das Herz,
Und Reichthum das, Gemüthe,
Aus freiem Herzen, heiterm Scher;
Keimt seines Lebens Blüthe;
Drum laßt ihn zieh'n, beschwert ihn nicht Mit Doldeslastigcm Gewichtl
e r s ( L 0 h 11.
Frei ist des stolzen Sängers Muth,
Kein Gönner darf ihn meistern,
Wenn ihn der Roßhufquelle Fluth Zum Fluge soll begeistern)
Ihn lohnet nicht der Erde Sold:
Die Muse ist nur Freien hold.
Und doch kann er mit süßem Spiel Den höchsten Lohn gewinnen,
Wenn bei der Seele Mitgefühl Die Thränen sanft entrinnen,
Ja reich ist er im wahren Sinn: ' '
Denn alle Herzen reißt ex hin.
Und alle Wesen nennt er sein, '
Die seinem Liede lauschen;
In magisch-lichten Abendschein,
Wenn Seelen sich vertauschen,
Schließt er das Weltall an die Brust,
Und ist sich seines Lohns bewußt.
S. W. Schießt er.
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