Dreizehnter Jahrgang Zweites Quartal.
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Der W ü r s e r - FreunÄ >
eine
Wochenschrift.
remrn. Donnerstag den 24. A P r i l i 8 2 s.
Wer wohl für ihn ditz Glocke zieht
Wenn nun sein Geist von hinnen flicht? —
Der alte
(Ballade VLN
Der Glöckner, schläft zur Mitternacht ,
Umwölkt ist rings der Sterne Pracht.
Und Stadt und Flur liegt öd' und stumm In tiefem Schlafes Heiligthum.
Glöckner.
2°h. N. Wegl.)
Nun fühlt er sich so ganz allein l Sein Glück ruht unter movS'gem Stein Und wenn.er jetzt die Glocke zieht ^ - Mit inn'rer Sehnsucht es geschieht.
Der Mond gar trüb' herniederschaut,- Die Grille nur allein ist laut,
Die Wolken zieh'n auf hoher Bähn Gar eilig durch den Sternenplan.
Denn — bald — so denkt er — „ruft auch mich Der Herr der Gnade wohl zu sich;
Vorbey ist dann die trübe Zeit,
„Willkommen mir o Ewigkeit!"
Der todeSmatte Glöckner liegt An tiefer Unmacht eingewiegt,
Die Wange blaß, das Haar schneeweiß. So schlummernd liegt der sieche Greis.
Doch trübt ihm dies den hellen Sinn,
Schaut er zum alten Kirchthurm hin: —
„Wer wohl für mich dieGlocke zieht Wenn nun meinGeist von hinnen flieht?!"
Träumt wieder von dem Glockenklang Der ihm so tief die -Seel' durchdrang, 3og ja den Strang für Weib und Kind Die lang' — ach lang' schon unten sind.
Es fragend bebt der bleiche Mund,
Da wacht der Glöckner auf zur Stund; Verfinstert blickt auf ihn hinein Der Mond mit trübem Grabessthein —