Dreizehnter Jahrgang. AH.
Der Würger- -Freurrv,
eine
9^öro. 23
Erstes rauarral.
IMW
>>---Wi>
WA M
MZ
MßtzssZ
LK«
W
Wochenschrift.
Nremen, Donnerstag ven so. Wl nr; i g s o.
Nicht immer schwebt im sanften Bluthenregen Der Geist der Huld um unser Herz? ^
Das Schicksal klopft mit harten Schlägen An uns're Brust, und draußen steht der Schmerz,
* Dem Heimgegangenen Sohn.
Winkst Du vielleicht aus unbekannter Ferne Mir freundlich zu, von jenem hellen Sterne?
Und blickst aus die, die nun Dich seelig wissen,
Und denen Du für diese Welt entrissen?
Wohl Dir! jetzt bist Du nahe Gottes Throne,
Der auch für Dich einst im geliebten Sohne ^ Den Retter gab — daß frei von Schuld und Sunde Ich Dich gereinigt einst im Lichte finde.
Dort, über jenen wolkenlosen Höhen,
Ja, dort soll ich Dich beßer wieder sehen! —- O dieser Glaube giebt auf dunkelm Pfade Mir Licht, ist Bürgschaft mir der ew'gen Gnade,
Wenn denn auch mir sie naht, die ernste Stund«: Die meine Seele diesem Erdenrunde Enthebt, und zu verwandten Geistern führt,
Dorthin, wo Wahn und Jrrsal sich verlier'ti
Dann werden wir beglückter dort uns finden,
Ein neugeheiligt Band wird uns verbinden,
Und wo der Erde Schmerzen ewig schweigen,
Wird sich versöhnt mein Geist zu Deinem neigen.
Adelheid. -
S o l d a t e n g l ü ck.
(Fortsetzung.)
Da stand ich denn endlich in der Rüe de Eastiglione; die Hausnummer traf zu, und mit ängstlicher Hand lautete ich an der Hausglocke.
Meine Geduld ward nun geprüft,. denn der Portier traf so langsam seine Anstalten zum Oeffnen, daß ich Zeit gewann, mich völlig zu sammeln, und auf jedes mögliche Hinderniß zu bereiten. Ein langer, doch von Jahren krummgc- beugter Diener erschien in der Thür, aber ich sah mit Verwunderung, daß ihm der breit bor- dirte Hut, das prunkende Goldband, ja sogar der massive Hercldsstab fehlte, den alle seines Gleichen zu tragen pflegen. Im unbedeckten Silberhaupte, im grauen Hausrock trat der alte Diener mir entgegen und als ich den Namen seines